Hacker nutzen Gutgläubigkeit
Phishing-Ring zerschlagen

Nach bundesweiten Ermittlungen hat die Polizei eine Gruppe von Hackern auffliegen lassen, die mittels gefälschter Homepages und Emails Kreditkarten- und Kontodaten von Privatpersonen besorgt haben.

hiz DÜSSELDORF. Die deutsche Polizei hat heute sieben Verdächtige eines Hackerrings auffliegen lassen. In Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen wurden zuvor sieben Wohnungen durchsucht und 16 Computer beschlagnahmt, so teilte die Stuttgarter Staatsanwaltschaft mit.

Auf die Spur kamen die Ermittler den Jugendlichen durch einen Hacker-Angriff auf einen Internetprovider in Esslingen (Baden-Württemberg), der einen Schaden von mehreren tausend Euro verursacht hatte. Spezielle Programme infizierten dabei tausende Computer und setzten Server außer Kraft. Zusätzlich haben sich drei Tatverdächtige nach Angaben der Behörden als so genannte Phisher betätigt und sich mit Hilfe gefälschter Homepages und Emails Kreditkarten- und Kontodaten von Privatpersonen besorgt.

Dabei ist Phishing ein internationales Problem. Phishing bezeichnet das Versenden von gefälschten Emails bekannter Unternehmen und Institutionen wie Ebay, Kreditkartenunternehmen oder Banken, um so vertrauliche Kundendaten wie Kreditkartennummern, Usernamen oder Passwörter auszuspionieren. Nach einer Erhebung der Anti-Phishing Working Group geben immer noch fünf Prozent aller Empfänger gefälschter Emails vertrauliche Daten leichtsinnigerweise weiter. Die Arbeitsgruppe stellt dabei ein vermehrtes Auftreten von Phishing-Mails fest, die vorwiegend das Banken- und Finanzsegment betreffen.

Der Erfolg der Phisher ist auf die gefälschten Absenderangaben zurückzuführen, deren sich 95 Prozent der kriminellen Elemente bedienen. Die Arbeitsgruppe vertritt deshalb die Auffassung, dass nur Mailsysteme, die die eindeutig Überprüfung der Absender gestattet, dem dubiosen treiben Einhalt gebieten könnte. Namhafte Firmen wie Microsoft, Yahoo, AOL und Earthlink arbeiten an der Entwicklung und Umsetzung solcher Techniken, die die Fälschung von E-Mail-Adressen verhindern sollen.

Der einzige Schutz für Anwender ist bis dahin ein gesundes Misstrauen. Niemals würden Banken oder andere seriöse Anbieter Kontodaten oder Passwörter per E-Mail abfragen.

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