Hackerangriffe
Wikileaks-Anhänger attackieren Visas Website

Nach Cyberattacken auf die Enthüllungsplattform Wikileaks und mehreren Unternehmen, die die Geschäftsbeziehungen zu dem er Enthüllungsplattform abgebrochen haben, reagieren die Anhänger von Wikileaks – mit Cyberattacken. Am Abend erfolgt der nächste Angriff, diesmal auf Visas Website.
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DÜSSELDORF. Hacker attackieren Wikileaks-kritische Unternehmen. Wenige Minuten nach dem für 22 Uhr angekündigten Angriff auf Visa.com brach die Seite des Kreditkartenunternehmens zusammen. Zuvor hatten Sympathisanten der Enthüllungsplattform am Mittwoch die Website des Kreditkartenunternehmens Mastercard angegriffen. Sowohl der internationale Webauftritt mastercard.com als auch die deutsche Website des Unternehmens waren vorübergehend nicht erreichbar. Auf den sicheren Zahlungsverkehr habe das jedoch keine Auswirkungen, hieß es bei Mastercard.

Um Wikileaks ist längst ein Cyberkrieg entbrannt. Zu dem Hacker-Angriff bekannte sich die "Anonymous"-Bewegung, die 2008 mit Protestaktionen gegen die Organisation Scientology bekannt wurde. Sie bezeichnete die Aktion als "Operation:Payback" und sprach von einer andauernden Kampagne gegen "freiheitsfeindliche Organisationen". Gegen Scientology war die Gruppe vorgegangen, nachdem die Religionsgemeinschaft mit Klagen gegen ein im Internet veröffentlichtes Video vorgegangen war. Zahlreiche Unterstützer von Wikileaks feierten auf Twitter die Angriffe. "Während visa.com und mastercard.com in die Knie gezwungen sind, ist Wikileaks auf 1289 Mirrors erreichbar. Soviel zum Kräfteverhältnis", schrieb einer.

Bei der angewendeten Attacke auf die Website wird diese von einem Netz aus Computern mit Anfragen überflutet, bis der Webserver die Flut von Anfragen nicht mehr bearbeiten kann. Man spricht auch von einer Denial-of-Service-Attacke (DoS). Die Angreifer nutzen dazu häufig ein sogenanntes Botnetz - ein Netz von an das Internet angeschlossenen PCs, über das sie beispielsweise über Trojanische Pferde Kontrolle erlangt haben. Bei einer DoS-Attacle erlangen die Angreifer aber keinen Zugriff auf den Server oder darauf gespeicherte Daten.

Die Bewegung rekrutiert sich aus Mitgliedern des Bilder-Chat 4chan, auf dem anonym Bilder und Nachrichten veröffentlicht werden können. Die Community rund um 4chan hat sich schon lange zu einer heimlichen Macht im Internet entwickelt. 2009 manipulierten sie beispielsweise die Internet-Abstimmung des "TIME"-Magazins und wählten den damals 21-Jährigen Gründer des Chats zur "Person of the year".

Zuvor war bereits der Finanzdienstleister der Schweizer Post, Postfinance, ins Visier von "Anonymous" geraten. Sympathisanten der Enthüllungsplattform hätten die Website angegriffen und stark verlangsamt, teile das Unternehmen mit. Es habe auch diverse Reaktionen von Kunden gegeben.

WikiLeaks-Chef Julian Assange steht nach eigener Aussage nicht hinter den weltweiten Hacker-Angriffen auf Unternehmensserver. Sein Mandant habe keine Anweisungen zu Attacken gegeben, sagte der Londoner Anwalt des Australiers am Mittwoch.

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  • Nachdem Wikileaks vom amerikanischen DNS Dienst mit der begründung verbannt worden ist, daß auf WL eine DDoS Attacke gefahren wurde und den betrieb eingeschränkt hat, wäre es nur folgerichtig, wenn auch Mastercard und Visa aus den DNS gestrichen werden - oder sind einige Kunden etwa gleicher als andere?

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