Halbleiterindustrie
Nixdorf-Museum ehrt „Mooresche's Gesetz“

Seit genau 40 Jahren lässt sich die weltweite Halbleiterindustrie von einem „Gesetz“ leiten, das durch einen Aufsatz des Intel-Mitbegründer Gordon Moore in einem US-Fachmagazin aus dem Jahr 1965 fast zufällig entstand. Seit Dienstag widmet das Heinz Nixdorf Museumsforum (HNF) in Paderborner dem Naturwissenschaftler und Unternehmens-Gründer sowie dessen Gesetz zwei eigene Ausstellungen.

dpa PADERBORN. Vor genau 40 Jahren hatte der amerikanische Ingenieur Gordon Moore in einem Artikel des US-amerikanischen Magazins „Electronics“ vorausgesagt, dass sich die Zahl der Transistoren auf einem Chip alle zwölf Monate verdoppeln wird. Damals passten auf einen leistungsfähigen Chip 30 Transistoren, heute sind es über hundert Millionen. Später korrigierte der Mitbegründer des weltweit größten Chipherstellers seine Aussage auf einen Turnus von 24 Monaten. Moore hatte seine Aussage zwar selbst nicht als Gesetz verstanden, „Moore`s Law“ galt dennoch über Jahrzehnte der ganzen Branche als Leitsatz, die die Forschung antrieb.

„Gordon Moore hat die fantastische Entwicklung der Halbleiterherstellung schon 1965 erkannt, aber damals konnte er sich noch nicht vorstellen, wie sehr sich diese Technik im Alltag durchsetzen würde“, sagte der Deutschland-Chef von Intel, Hannes Schwaderer. Moore sei der Auffassung gewesen, dass ein Personal Computer höchstens für das Speichern von Rezepten taugen würde.

In den modernen Chipfabriken von heute arbeiten die Forscher längst im Nanobereich und haben es mit Größenordnungen von Atomen zu tun. Doch inzwischen werden Computer nicht nur immer leistungsstärker, sondern müssen im mobilen Einsatz auch ganz anderen Anforderungen genügen, zum Beispiel immer weniger Strom zu verbrauchen. „Das wird eine der Herausforderungen, der sich die Computerindustrie stellen muss“, sagte Schwaderer. So werde sich die Laufzeit von Akku-betriebenen Laptops in wenigen Jahren verdoppelt haben.

Mit zwei Kunstausstellungen greift das Paderborner Heinz Nixdorf Museumsforum HNF das „Mooresche Gesetz“ auf: Eine Kunstinstallation aus Plexiglas und Leuchtdioden versinnbildlicht die stetige Verkleinerung der Prozessoren in den vergangenen 40 Jahren. Zudem sind in dem Computermuseum noch bis zum 10. Juli 40 Arbeiten des Düsseldorfer Künstlers Emil Schult zu sehen. Er zeigt mit überdimensionalen Grundrissen von Prozessoren die Entwicklung der Computerchips von 1947 bis heute.

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