Handel im Umbruch
Metro bringt RFID auf Cebit groß raus

Der Handelsriese Metro hat das Thema RFID erstmals auf die weltgrößte Computermesse Cebit nach Hannover getragen. Der Konzern stellt gemeinsam mit Partnern aus Handel und IT auf insgesamt 2 800 Quadratmetern mögliche und aktuelle Einsatzgebiete der Funktechnik vor.

dpa HANNOVER. Die Industrie hegt dabei große Träume: Künftig könnten die kleinen Funkchips in allen erdenklichen Bereichen Logistik und Warenströme revolutionieren. "Der Handel befindet sich derzeit im Umbruch", sagt Metro-Manager Gerd Wolfram. Doch Visionen wie der intelligente Joghurtbecher sind nach heutigem Stand der Technik noch Zukunftsmusik. "RFID wird nicht heute oder morgen, aber übermorgen den Barcode ablösen", sagt Wolfram.

Dabei ist mit der Radio Frequency Identification eine 40 Jahre alte Technik dabei, die High-Tech-Messe zu erobern. Die heute eingesetzten RFID-Systeme bestehen aus einem Etikett mit Transponder- Chip und einer Empfangseinheit. Die Datenübertragung erfolgt über elektromagnetische Wellen. Auf dem Chip können zum Beispiel Angaben zum Produkt gespeichert werden wie Hersteller, Preis, Liefer- und gegebenenfalls Verfallsdatum.

Eines der zu lösenden Probleme war lange Zeit, Trägermaterialien zu finden, die auf Verpackungen unterschiedlichster Art aufgebracht werden können. Inzwischen erprobe man allerdings schon erfolgreich die Produktion der Chips auf Polymer-Basis, sagt Metro-Sprecherin Petra Rob. Die Materialforschung spielt allerdings nicht nur für den praktischen Einsatz eine Rolle, sondern bestimmt auch den Preis der Etiketten. Zuletzt hatte ein Etikett noch bis zu 40 Cent gekostet - was dem Einsatz auf Waren aller Art eine natürliche Grenze setzt. Mit der neuen Chipgeneration EPC Gen2 (Electronic Product Code Generation 2) habe man die Kosten pro Stück inzwischen auf 14 Cent senken können, sagt Wolfram.

Daten vom RFID-Chip lassen sich berührungslos und ohne Sichtkontakt auslesen. Metro hat die Technologie bereits an bundesweit 22 Standorten in Wareneingangsprozessen im Einsatz. Wenn dort zum Beispiel eine mit einem RFID-Chip versehene Palette bei der Warenannahme geliefert wird, kann der Scanner die Waren automatisch erkennen und mit dem elektronischen Lieferschein abgleichen. Der Technologie-Partner IBM habe errechnet, dass auf diese Weise allein beim Wareneingang Einsparungen in Höhe von 8,5 Mill. Euro pro Jahr möglich sind, wenn alle Händler mit dieser Technik ausgestattet sind, sagt Wolfram. Möglich sei dies durch erhebliche Zeitersparnis.

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