Handelsblatt-Veranstaltung zur IT-Studie 2005
IT-Manager sind skeptisch gegenüber Auslagerung

Der Auftraggeber müsse die Anforderungen an den Dienstleister weitaus genauer formulieren als er es im Umgang mit Abteilungen im eigenen Unternehmen gewohnt sei, warnten die Manager auf der Handelsblatt-Veranstaltung zur IT-Studie 2005 auf der Computermesse Cebit in Hannover.

HB HANNOVER. "Wenn sie versuchen, ein Problem einfach auszulagern, dann werden sie es doppelt zurückbekommen", sagte Thomas Engel, Chief Information Officer (CIO) bei dem Logistikunternehmen Kühne + Nagel International. Die Kooperation mit externen Dienstleistern zwinge zu einer professionellen, geradezu industriellen Herangehensweise an IT-Prozesse, sagte Michael Neff, CIO der Heidelberger Druckmaschinen AG. Damit sie sich lohne, müsse die Kostensenkungen von 40 Prozent bringen.

Auf der Veranstaltung präsentierten am Freitag in Hannover das Handelsblatt und die Unternehmerberatung Droege & Comp. die IT-Studie 2005, für die die IT-Entscheider von 382 deutschen, österreichischen und schweizerischen Unternehmen zur Entwicklung ihrer Abteilungen befragt wurden. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass Offshoring, also das Auslagern von IT-Prozessen an Dienstleister in Ländern mit niedrigeren Löhnen und qualifizierten IT-Fachleuten, nur sehr wenige Anhänger unter den Unternehmen im deutschsprachigen Raum hat. Nur jedes zehnte Unternehmen will in drei Jahren solche Dienstleister einsetzen.

Für mittelständische Unternehmen sei IT-Outsourcing sowieso nicht sinnvoll, sagte Heinz Paul Bonn, Vorstandschef des Kölner Softwareherstellers GUS Group. Das Thema werde an Bedeutung verlieren, wenn die Preisdifferenz zwischen nationalen und ausländischen Dienstleistern schrumpfe. Willi Berchtold, Präsident des Branchenverbandes Bitkom, forderte, Deutschland dürfe nicht kampflos zusehen, wie nach den Hardware-Herstellern auch die Softwarefirmen und IT-Dienstleister ins Ausland abwanderten. Im Gegenteil müssten deutsche Firmen versuchen, selber als Outsourcing-Partner auch für ausländische Firmen zu arbeiten.

Zu den Teilnehmern der Diskussionsrunde zählten auch Wolfgang Kroh, Geschäftsführer des Speichersystemherstellers EMC Deutschland, Frank Roth, Chief Technology Officer der HVB-Gruppe und Alexander Röder, CIO des Mobilfunkunternehmens MMO2. Zufrieden zeigten sie sich mit den Angeboten der großen IT-Unternehmen für den Mittelstand. Die Branchengrößen hätten dazugelernt und böten mittelgroßen Unternehmen nicht mehr einfach abgespeckte Versionen der Pakete an, die sie großen Konzernen verkauften. Der Mittelstand bekomme jetzt auch maßgeschneiderte Lösungen angeboten.

Vor diesem Hintergrund sahen die Teilnehmer der Podiumsdiskussion auch kein Problem darin, dass die Dominanz der Softwarehersteller SAP bei Unternehmenssoftware (ERP) und Microsoft bei Betriebssystemen für PC immer mehr wächst. Gleichzeitig zeigten sich die Software-Riesen ja immer offener für branchen- oder problembezogene Kooperationen mit kleineren Software-Anbietern, sagte Bonn.

Zufrieden zeigten sich die IT-Chefs auf dem Podium mit ihrer Position in den Unternehmensführungen. Entscheidend sei nicht, dass sie "CIO", also "Chief Information Officer" hießen, sondern dass sie in die strategischen Planungen einbezogen würden, argumentierte Neff.

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