Handys, Handhelds und Co.
Sicherheitslücken im mobilen Büro

Auch wenn die große Angriffswelle bisher ausgeblieben ist: Handys, Handhelds und Co. sind ein Sicherheitsrisiko für professionelle Anwender.

DÜSSELDORF. IT-Sicherheitsexperten haben keinen einfachen Job: Warnen sie nicht vor Gefahren, wirft man ihnen Versagen vor. Schlagen sie aber zu früh die Alarmglocken, gelten sie als Geschäftemacher, die mit der Angst der Anwender Geld verdienen wollen.

So warnten die Hersteller von Sicherheitsprodukten vor dem Ausbruch einer Epidemie von Mobilviren, die Handys und PDAs außer Gefecht setzen. McAffee hatte für 2005 Milliardenschäden durch Viren und Würmer in Mobilfunknetzen prophezeit. Antivirenhersteller wie Symantec, F-Secure oder Kaspersky boten spezielle Lösungen zur Abwehr der mobilen Schädlinge an.

Die Entwicklung war dann aber lange nicht so dramatisch, wie Lösungsanbieter dies vorhersagten. "Die Hersteller haben Virenkits verkauft, obwohl es die Schädlinge noch gar nicht gab", resümiert Mario Hoffmann, Bereichsleiter für sichere mobile Systeme beim Fraunhofer für Sichere Informationstechnologie, -Institut dem SIT. "Das wurde marketingtechnisch überbelastet", meint auch Stefan Strobel, Geschäftsführer des Sicherheitsdienstleisters Cirosec. Die Nutzer müssten sich vor Handy-Schädlingen nicht besonders fürchten, da sich bei mobilen Endgeräten kein einheitliches Betriebssystem durchgesetzt habe. Die Vielfalt der Plattformen macht die Verbreitung von Schädlingen kompliziert. "Selbst bei Windows CE gibt es viele unterschiedliche Varianten, die Inkompatibilität ist der Sicherheit zuträglich", so Strobel weiter.

"Auch wenn die Virensituation für Handys noch nicht kritisch ist, wissen wir aus Erfahrung, dass jedes populäre und weit verbreitete Betriebssystem eine potenzielle Zielscheibe für Virenschreiber ist", kontert Antti Vihavainen, Vice President Mobile Security bei F-Secure. Und das Unternehmen Fortinet hat bei einem deutschen Netzbetreiber einen Tag lang Multimedia-Nachrichten getestet und dabei nach eigenen Angaben immerhin in einer von zwanzig Nachrichten schädliche Software gefunden. Auch wenn es bislang nur wenige Viren in freier Wildbahn gibt, hält auch Candid Wüst, Virenspezialist bei Symantec, die Sorglosigkeit für ein großes Risiko: "Es gibt mehr Handys als Personal Computer, die Geräte werden intelligenter, damit wächst auch die Gefahr." Kaspersky Lab geht nicht von einem rasanten Wachstum der Virengefahr, aber dafür von zielgerichteten Attacken auf einzelne Applikationen wie Finanztransaktionen aus.

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