Hersteller produzieren auf Hochtouren
Laptop-Akkus werden nach Rückrufaktion knapp

Das Laptop unter dem Weihnachtsbaum könnte in diesem Jahr teurer werden als erwartet – falls es überhaupt rechtzeitig da ist. Nach dem erzwungenen Austausch von acht Millionen Notebook-Akkus erwarten Batteriehersteller steigende Preise und Lieferengpässe für Notebook- und Laptop-Akkus bis ins kommende Jahr hinein.

pos DÜSSELDORF. Hintergrund ist die bislang größte Rückrufaktion in der IT- und Konsumelektronikbranche: Wegen Feuergefahr hatten Computerhersteller bestimmte Serien von Akkuzellen der japanischen Firma Sony aus dem Verkehr gezogen. Betroffen waren alle namhaften Hersteller tragbarer Computer, unter anderem Apple, Dell und Toshiba.

Drei große taiwanische Hersteller von Akku-Packs, die Gentle Wayeer Electric, Eti Pack und Nexcell Battery berichteten gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, es werde zu zusätzlichen Lieferzeiten von bis zu zwei Monaten kommen. Sie rechnen damit, dass sich die Lage nicht vor Juni 2007 entspannt. Die Firmen montieren aus einzelnen Zellen Batterie-Packs für die verschiedenen Computermodelle. Jeweils sechs bis acht Zellen ergeben einen Akku. Die Batteriezellen kommen unter anderem von Sony, dem zweitgrößten Hersteller von Akku-Zellen nach der japanischen Firma Sanyo. Den dritten Platz im Weltmarkt besetzt die koreanische Firma Samsung.

„Sony hat im Zug der Rückrufaktionen 43 Millionen Zellen vernichtet“, sagt Eric Yu von dem Hersteller Eti Pack. Lieferanten hätten jetzt selbst für bereits georderte Zellen Preiserhöhungen gefordert. „Wenn ich das ablehne“, ahnt Yu, „könnte es sein, dass im nächsten Monat keine Zellen da sind.“ Die Preise für neue Ware seien in den vergangenen drei Monaten bereits um 15 Prozent gestiegen.

Sony selber gibt weiterhin keine Auskunft darüber, wie viele Akkus das Unternehmen produziert oder vernichtet hat. Auch die Kosten der Rückrufaktion sind weiter unklar. Sony-Sprecher Yoshikazu Ochiai bestätigte auf Anfrage lediglich die bereits bekannten rund 250 Mill. Dollar Rückstellungen für die Rückrufe von Dell und Apple.

Nun suchen die Akku-Fertiger in Taiwan händeringend nach neuen Lieferanten. „Wir haben bis zu dreißig Prozent unserer Ware von Sony bezogen“, sagt etwa J.D. Chen von Celxpert Energy. „Derzeit ist es fast nichts mehr.“ Celxpert hat eigenen Angeben zufolge unter anderem Hewlett-Packard und Acer als Kunden. Auf der Gewinnerseite stehen dagegen Firmen wie die koreanische LG Chem, Tochter des Elektronikriesen LG. „Wir haben zusätzliche Orders erhalten“, bestätigt Sprecherin Tracey Park. Details will sie aber nicht nennen.

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