Hervorragende Auflösung und Akustik
Die Zukunft des Kinos ist digital

Fraunhofer-Forscher entwickeln eine Kameratechnik, die den 35-Millimeter-Film ersetzt. Die Filmindustrie wartet schon lange auf die digitale Aufnahmetechnik. Denn beim digitalen Drehen ließe sich viel Geld sparen.

DÜSSELDORF. Das zeigten die Dreharbeiten zu Star Wars Episode II. George Lucas nahm den Film mit einer speziellen Videokamera auf. Insgesamt bannte er etwa 220 Stunden Film auf einen Datenträger. Die Kosten betrugen etwa 16 000 Dollar. Hätte er den Film statt dessen mit einem herkömmlichen 35-Millimeter-Film gedreht, hätte er dagegen 1,8 Millionen Dollar ausgeben müssen. Auch beim Vertrieb der digitalen Filme lässt sich viel Geld einsparen: Statt aufwendig teure Kopien zu ziehen, könnten Kinofilme einfach mit Festplatten, über Satelliten oder schnelle Datenleitungen verschickt werden.

Bis das digitale Kino allerdings in die Lichtspielhäuser kommt, muss neben der Projektion und Distribution auch bei der Kameratechnik noch einiges an Entwicklungsarbeit geleistet werden. Bislang gibt es nur digitale Fernsehkameras, so genannte High Definition (HD) Kameras. Sie wurden für das hoch auflösende Fernsehen entwickelt. Die Auflösung beträgt nur 1 920 Bildpunkte pro Zeile und ist damit deutlich niedriger als beim klassischen Film. Auch bei der Farbtreue und Dynamik erreichen die digitalen Aufnahmen noch nicht die hohen Anforderungen, die an Kinofilme gestellt werden.

Das digitale Kino soll künftig vor allem durch eine hervorragende Auflösung und Akustik überzeugen. Die Zuschauer sollen regelrecht in den Film eintauchen können. Dazu sollen Kinofilme mit einer Auflösung von 4 096 x 2 160 Bildpunkten - das sind acht Megapixel - auf die Leinwand gebracht werden. Zum Vergleich: Selbst das hochauflösende HDTV liefert nicht mehr als zwei Megapixel. Das Fraunhofer Institut IIS beschäftigt sich daher neben der Standardisierung und Normierung der neuen Kinoformate auch mit der Entwicklung von Kameratechnik für das digitale Kino. Zusammen mit dem deutschen Kamerabauer Arri haben die Fraunhofer-Forscher eine digitale Kamera entwickelt, die den Einstieg in die digitale Produktion ermöglicht.

Der CMOS-Sensor in der Kamera nimmt die Filme mit den gleichen Bildabmessungen auf wie der 35-Millimeter-Film. Das hat den Vorteil, dass beispielsweise die Objektive konventioneller Kameras weiter genutzt werden können. "Denn das Zubehör ist meist das teuerste an den Highend-Kameras", sagt Siegfried Fößel vom Fraunhofer Institut IIS in Erlangen. Fößel ist dort Leiter der Projekte "Digitales Kino".

Ein weiterer Pluspunkt der "D20" genannten Kamera besteht darin, dass sie über den gleichen Tiefenschärfebereich wie herkömmliche Kameras verfügt. Dadurch kann der Kameramann die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf ein bestimmtes Detail lenken. "Andere Digitalkameras können das nicht. Sie zeigen die Szenen gleichmäßig gestochen scharf", erläutert Fößel den Unterschied. Die "D20" liefert allerdings nur eine Auflösung von sechs Megapixel.

Seite 1:

Die Zukunft des Kinos ist digital

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%