Hightech-WM
Wettkampf der Technologieunternehmen

Nicht nur die Spieler, sondern auch Technologieunternehmen kämpfen bei der WM 2006 in Deutschland um Erfolge. Sie wollen der Weltöffentlichkeit ihren Leistungsstand präsentieren. Während T-Systems beispielsweise mit ihrem Verkehrsleitsystem den Fans eine möglichst staufreie Anreise ermöglichen will, setzt Philips die Spiele ins rechte Licht.

dpa HAMBURG. In acht der zwölf Stadien sorgt das Flutlichtsystem „Arena Vision“ von Philips für die Beleuchtung des Spielfeldes. Als Philips 1949 im belgischen Charleroi ein Flutlicht installierte, sorgten noch 14 Masten mit je vier Lampen für eine Beleuchtungsstärke von sechs bis 30 Lux. Lux ist die Maßeinheit, mit der die Beleuchtungsstärke gemessen wird. „Heute werden schon für einen normalen Trainingsplatz 75 Lux empfohlen“, sagt Robert Pfarrwaller von Philips. Stadien, die internationalen Anforderungen genügen, müssten über mehr als 2000 Lux verfügen. Das Licht darf aber nicht blenden oder Schatten werfen, damit die Zuschauer zu Hause vor dem Fernseher das Spiel optimal verfolgen können.

Schon am Eingang der Stadien werden die Fans mit hochmoderner Technik konfrontiert. Jedes der rund drei Mill. Tickets ist mit einem so genannten Rfid-Chip versehen. Rfid steht für Radio Frequency Identification. Ein Lesegerät prüft ohne Berührung die Echtheit der Eintrittskarte. Dafür muss die Eintrittskarte in maximal 15 Zentimeter Distanz an das Lesegerät gehalten werden. Lesegerät und Ticket tauschen in Bruchteilen von Sekunden Informationen aus, ob der Besitzer des Tickets zum Eintritt ins Stadion berechtigt ist. Damit sollen lange Schlangen vor den Kontrollen vermieden werden. Allerdings ist die neue Technik nicht unumstritten. Die Gefahr der Rfid-Technik sehen Datenschützer unter anderem im Verlust der informationellen Selbstbestimmung. Verbraucher hätten keinen Einfluss darauf, welche Daten gespeichert und ausgetauscht würden.

Auch die Sicherheit und medizinische Versorgung bei der WM soll durch neue Technologie verbessert werden: Die WM-Stadien sind mit automatischen Defibrillatoren ausgestattet. Sie behandeln schnelle, unkontrollierte Herzbewegungen, das so genannte Kammerflimmern, mit Hilfe von Elektroschocks. Aber auch die Kommunikation muss reibungslos funktionieren: Mitglieder des Organisationskomitees, private Sicherheitskräfte und die Stadionmanager greifen auf ein modernes Digitalfunknetz von T-Systems und Motorola zurück. Dabei kommt die Bündelfunktechnologie Tetra zum Einsatz, die auch die Polizei in Zukunft nutzen wird. „Tetra-Digitalfunk wird bei der WM gezielt in besonders sicherheitsrelevanten Regionen - beispielsweise in Stadien, an Flughäfen, an Bahnhöfen oder an Touristenattraktionen - eingesetzt“, sagt Sicherheitsexperte Axel Birkholz von T-Systems. Zur Sicherung von Großveranstaltungen sei es besonders wichtig, eine flexible und zuverlässige Technik zu nutzen, die Spielern, Fans und Organisatoren erhöhte Sicherheit biete.

Die Deutsche Telekom verantwortet nach eigenen Angaben rund drei Viertel aller Leistungen rund um die Informations- und Telekommunikationstechnologie der WM. So verbindet T-Systems alle Stadien über ein Hochgeschwindigkeitsnetz, testet Software auf Herz und Nieren und ist für die reibungslose Kommunikation bis zum Finale in Berlin zuständig. „Die Anforderungen sind hoch“, sagt Udo Großecappenberg, Projektkoordinator bei T-Systems. „Die Fifa erwartet von uns Dienstleistungen zu Daten- und Sprachnetzen in einer Qualität, die sogar die Anforderungen von Kunden aus der Wirtschaft übersteigt.“ 99,9 Prozent betrage die vertraglich vereinbarte Verfügbarkeit, in der das gesamte Organisationsteam und sämtliche Fifa-Mitarbeiter über die Hochgeschwindigkeitsnetze auf Daten verschiedener Programme zugreifen müssen. Selbst wenn irgendwo in Deutschland ein Bagger eine der Hauptleitungen kappen sollte, dürften die Bildschirme an den Arbeitsplätzen nur kurz zucken.

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