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Hintergrund: Oracle und Peoplesoft

Oracle hat bei seinem feindlichen Übernahmeversuch von Peoplesoft am Samstag einen wichtigen Etappensieg errungen. Mit 228,7 Mill. Aktien hat das Software-Unternehmen mehr als 60 Prozent der Anteile seines Konkurrenten geboten bekommen.

dpa HAMBURG. Oracle hat bei seinem feindlichen Übernahmeversuch von Peoplesoft am Samstag einen wichtigen Etappensieg errungen. Mit 228,7 Mill. Aktien hat das Software-Unternehmen mehr als 60 Prozent der Anteile seines Konkurrenten geboten bekommen.

Hier die wichtigsten Stationen der rund anderthalb Jahre währenden Übernahmeschlacht:

Juni 2003 - Peoplesoft kündigt seine Pläne zur Übernahme des Konkurrenten J.D. Edwards an. Oracle reagiert mit seinem feindlichen Übernahme-Angebot und bietet den Aktionären von Peoplesoft 16 Dollar je Aktie. Der damalige Peoplesoft-CEO Craig Conway wirft Oracle ein Täuschungsmanöver vor, nur um die Fusion mit J.D. Edwards zu verhindern. Auch ein verbessertes Angebot von 19,50 Dollar je Aktie akzeptiert der Vorstand nicht. Der US-Bundesstaat Connecticut leitet ein Kartellrechtsverfahren ein und untersucht, ob eine Fusion von Oracle und Peoplesoft den Wettbewerb behindern würde.

Juli 2003 - Peoplesoft übernimmt J.D. Edwards für 1,8 Mrd. Dollar und verdrängt Oracle von Platz zwei in der Unternehmenssoftware-Branche. Marktführer ist SAP.

Februar 2004 - Oracle erhöht sein Angebot um 33 Prozent auf 26 Dollar pro Aktie oder 9,4 Mrd. Dollar. Auch diese Offerte wird als zu niedrig abgewiesen. Das US-Justizministerium reicht in in San Francisco eine Kartell-Klage ein, um die Übernahme zu verhindern.

Mai 2004 - Oracle reduziert sein Angebot wegen des gesunkenen Börsenwerts von Peoplesoft deutlich um rund 19 Prozent auf 7,7 Mrd. Dollar. Statt 26 Dollar bietet Oracle jetzt nur noch 21 Dollar je Aktie.

Juni 2004 - Microsoft, ebenfalls Konkurrent im Markt für Unternehmenssoftware, gibt öffentlich zu, ernsthaft eine Übernahme des Marktführers SAP erwogen zu haben. Die Fusionsgespräche werden jedoch für gescheitert erklärt.

September 2004 - Ein amerikanisches Bundesgericht erlaubt den feindlichen Übernahmeversuch mit der Begründung, dass das Justizministerium eine wettbewerbsverzerrende Wirkung nicht nachweisen konnte.

Oktober 2004 - Der Peoplesoft-Verwaltungsrat entlässt den Chef des Unternehmens und ehemaligen Oracle-Mitarbeiter Craig Conway. Zum neuen Chief Executive Officer (CEO) wird Unternehmens-Gründer Dave Duffield ernannt. Das aktuelle Oracle-Angebot liegt jetzt bei 7,7 Mrd. Dollar oder 21 Dollar je Aktie.

November 2004 - Oracle stockt sein Angebot erneut auf 24 Dollar je Aktie oder 8,8 Mrd. Dollar auf. Das Angebot, die „beste und endgültige Offerte“, gilt bis zum 16. November. Peoplesoft-Aktionäre bieten Oracle insgesamt 228,7 Mill. Aktien und damit mehr als 60 Prozent der Anteile an. Oracle versucht nun, vor Gericht die Beseitigung der so genannten „Giftpillen“ von Peoplesoft zu erzwingen. Das Unternehmen verlängert sein Angebot bis zum 31. Dezember.

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