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Historischer Wachwechsel bei Sony

Der unter Ertragsschwäche leidende japanische Elektronikriese Sony hat erstmals einen Nicht-Japaner an die Unternehmensspitze berufen.

dpa TOKIO. Der unter Ertragsschwäche leidende japanische Elektronikriese Sony hat erstmals einen Nicht-Japaner an die Unternehmensspitze berufen. Der Vorsitzende von Sony Corporation of America sowie Chef der Unterhaltungs-Sparte, der Amerikaner Sir Howard Stringer, soll Nobuyuki Idei ablösen, wie der weltweit zweitgrößte Hersteller von Unterhaltungselektronik am Montag bekannt gab.

Der gebürtige Brite und bisherige Stellvertreter von Sony-Chef Idei soll versuchen, dem mit Ertragsrückgängen im Elektronikbereich kämpfenden Konzern wieder zu neuer Stärke zu verhelfen. Der Wechsel tritt am 22. Juni nach Absegnung durch die am selben Tag angesetzte Hauptversammlung in Kraft. Idei wird Berater des Unternehmens.

Während Ideis fünfjähriger Amtszeit hatte der Hersteller der Spielekonsole Playstation zuletzt mit ernsten Ertragsproblemen im Elektronik-Kerngeschäft, das rund 70 Prozent des Umsatzes ausmacht, zu kämpfen. Sony hatte kürzlich das Ziel für den operativen Gewinn um 31 Prozent auf 110 Mrd. Yen (814 Mill. Euro) wegen scharfer Preisrückgänge bei Audio-Produkten gesenkt. Sony sieht sich harter Konkurrenz durch Unternehmen wie dem südkoreanischen Samsung-Konzern und Apple ausgesetzt. Branchenbeobachtern zufolge hat Sony unter Idei zu langsam auf die Digitalisierung in der Elektronikbranche reagiert.

Er glaube nicht, dass Sony die operative Gewinnmarge bis zum Ende des Geschäftsjahres 2006/2 007 (31. März) auf zehn Prozent steigern werde, sagte der 63-jährige Stringer. Dennoch hielt er an dem bisherigen Ziel fest. Sony versucht, unter anderem durch den Abbau von 20 000 Stellen die Kosten drastisch zu senken. Der in den vergangenen Jahren schwer gebeutelte Aktienkurs von Sony stieg in Reaktion auf Ideis Ablösung am Montag um 1,5 Prozent auf 4 080 Yen. Wie verlautete, soll letztlich die Unzufriedenheit von Investoren zu dem Wechsel an der Management-Spitze geführt haben. Stringer wird neben der globalen Führung der Unternehmensgruppe auch weiterhin seine Rolle als Chef des Entertainmentsektors und des Amerika- Geschäftes ausüben, hieß es.

Stringer, der Sony seit 1997 angehört, hatte unter anderem eine führende Rolle bei der Schaffung von Sony BMG Music Entertainment gespielt, einem Gemeinschaftsunternehmen mit der deutschen Bertelsmann AG. Zudem betreute er die milliardenschwere Akquisition des legendären US-Filmstudios Metro-Goldwyn-Mayer durch ein von Sony geführtes Konsortium. Neben dem bisherigen Unternehmenschef Idei wird auch Sony-Präsident Kunitake Ando sein Amt verlieren. Wie Idei wird er Berater von Sony. Zu Andos Nachfolger berief Sony seinen bisherigen Stellvertreter Ryoji Chubachi.

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