Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz: Telekom will Web-Riesen zur Kasse bitten

Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz
Telekom will Web-Riesen zur Kasse bitten

Telekom-Chef Kai Ricke-Uwe heizt die Diskussion um die Nutzung des im Aufbau befindlichen Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetzes weiter an.

DÜSSELDORF. Er will nicht nur selbst entscheiden, welche Konkurrenten das Telekom-Netz mitbenutzen, sondern auch von Web-Riesen wie Google, Yahoo, Amazon und Ebay Gebühren einziehen. Im Interview mit der Wirtschaftswoche sagt Ricke: "Diese Unternehmen sind künftig darauf angewiesen, das wir ihnen für ihre neuen Anwendungen die erforderliche Netzqualität garantieren. Es kann nicht sein, dass nur der Kunde über das monatliche Grundentgelt für diese schöne neue Welt bezahlt.

Auch alle Web-Unternehmen, die Infrastrukturen für ihr Geschäft nutzen, sollten dann ihren Beitrag leisten." Dabei gehe es nicht um eine "Maut für Infrastruktur, die jeder zahlen muss", so Ricke, sondern je nach Anwendung müsse die dafür bereit gestellte Qualität der Netzleistung auch unterschiedlich bezahlt werden. So benötige ein Film eine andere Infrastruktur als eine E-Mail.

"Wenn die Kunden nicht bereit sind zu zahlen und Google & Co. nicht bereit sind zu zahlen - dann kann es keine Autobahnen geben", droht Ricke. Investiert werde nur, wenn sich diese Investition irgendwann einmal rechne. Ricke: "Hier entsteht eine völlig neue Welt. Sowohl die Bundesnetzagentur als auch die Web-Riesen müssen verstehen, dass die Regeln der Neunzigerjahre hier fehl am Platze sind."

Netcologne baut eigenes Glasfasernetz

Unterdessen strebt der Regionalanbieter Netcologne eine vollständige Emanzipation von der Telekom an. Der erfolgreichste alternative Festnetzbetreiber in Köln erklärt dem Branchenriesen den Glasfaserkrieg: Bereits im April oder Mai - wenn alle Genehmigungen der Stadtverwaltung vorliegen - will Netcologne mit dem Bau des schnellsten Glasfasernetzes in Deutschland beginnen.

"Wir wollen uns vollständig von der Deutschen Telekom emanzipieren", kündigt Werner Hanf, Chef des Kölner Regionalanbieters, in der Wirtschaftswoche an. Rund 200 Millionen Euro will Hanf in den nächsten fünf Jahren in den Bau eigener Highspeednetze investieren, die bis in die Häuser reichen. Hanf erwartet Spitzengeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde.

Für Netcologne rechnet sich die Investition: Allein 28 bis 30 Millionen Euro überweist das Unternehmen in diesem Jahr an die Deutsche Telekom für die Mitbenutzung des Telefonanschlusses. Zudem ist Hanf zuversichtlich: "In fünf Jahren hängen alle Kölner Mehrfamilienhäuser an unserem Glasfasernetz."

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