Hochgeschwindigkeits-Internet
Telekom öffnet VDSL-Netz für Konkurrenten

Die Deutsche Telekom will nach einem jahrelangen Streit ihr schnelles DSL-Netz VDSL ab Frühsommer 2009 für Wettbewerber öffnen. Der Einstiegspreis für die Konkurrenten soll bei etwa 30 Euro pro Anschluss im Monat liegen.

HB HANNOVER. Die Deutsche Telekom öffnet ihr Hochgeschwindigkeitsnetz (VDSL) für Konkurrenten. Der Konzern will dabei seine Wettbewerber mit sinkenden Preisen für steigende Kundenzahlen belohnen. Der scheidende Chef der Internet- und Festnetzsparte, Timotheus Höttges, kündigte am Montag im Vorfeld der Branchenmesse Cebit in Hannover zudem an, dass die Tarife für das Internet-Unterhaltungsangebot (IPTV) um fünf Euro sinken - sie kosten dann mindestens 44,95 Euro im Monat. Die Telekom will mit diesen Schritten die bislang rund drei Mrd. Euro teure Infrastruktur besser auslasten und den rückläufigen Umsatz der Festnetz- und Internetsparte wieder steigern.

„Wir öffnen unser VDSL-Netz freiwillig für unsere Wettbewerber“, kündigte Höttges an. Es bietet mit 50 Megabit pro Sekunde wesentlich höhere Übertragungsraten als die bisherigen DSL-Verbindungen mit 16 Megabit. Verfechter argumentieren, dass Internet-Fernsehen mit steigenden Nutzerzahlen nur so stabil läuft und VDSL Voraussetzung sei für neue Dienste, wie Arztkonsultationen über den Computer. Die eigenen Kunden sollen ab Frühsommer die schnelleren Bandbreiten auch für Telefon und Internet nutzen können. Die Telekom hofft auch auf Nachfrage aus dem Mittelstand. Der Preis für das Angebot stehe noch nicht fest, sagte Höttges. Er wird zwischen 40 und 50 Euro liegen. Derzeit kosten Sechs-Megabit-Verbindungen rund 40 Euro.

Wettbewerber hatten einen Zugang zum VDSL-Netz gefordert. Die Telekom hofft mit ihrem Angebot einer Regulierung durch die Bundesnetzagentur zu entgehen, die das Modell bereits vorliegen hat. Die Behörde hatte den Ex-Monopolisten bislang nur verpflichtet, den Konkurrenten Zugang zu den Rohren zu gewähren, damit diese dort selbst mit Glasfaser aufrüsten können.

„Wir planen eine monatliche Preisanpassung auf Basis der Netzauslastung. Der neue Preis gilt dann für alle Vertragspartner, unabhängig davon, wie viele Leitungen sie gemietet haben“, kündigte Höttges an. „Das Angebot wird bei rund 30 Euro liegen.“ Ein Festnetzanschluss der Telekom sei nicht mehr nötig. „Wir führen Gespräche mit Vodafone und 1&1. Verträge sind aber noch nicht unterzeichnet“, sagte Höttges. IPTV könne aus rechtlichen und technischen Gründen derzeit nicht mitangeboten werden.

Das Modell soll zunächst für das VDSL-Netz des Konzerns gelten, das in den 50 größten deutschen Städten ausgebaut ist und potenziell rund 10,9 Mio. Haushalte erreicht. Für den weiteren Ausbau sucht die Telekom nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit, um die Kosten für den Ausbau in anderen - auch weniger lukrativen - Kommunen im Rahmen zu halten. Mit Vodafone läuft ein Testbetrieb in Heilbronn und Würzburg. Die Kooperation solle aber auf das Bundesgebiet ausgeweitet werden, um in Gebieten, wo sich nur ein Netz lohnt, auch nur eines zu bauen, sagte Höttges.

Vodafone soll auf die Rohre und Verteilerkästen der Telekom zurückgreifen können. Die Netze sollen dann jeweils dem anderen zur Verfügung gestellt werden. Regional begrenzt macht das die Telekom auch mit EWE in Norddeutschland und plant Ausbaukooperationen auch mit M-Net und Netcologne.

Die Telekom könne das VDSL-Netz aus Kostengründen nicht alleine aufbauen und wolle es auch nicht, weil es dann wieder reguliert werde, sagte Höttges. Ziel der Regierung ist es, bis 2014 75 Prozent aller Haushalte über Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit zu versorgen.

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