Hongkonger Mischkonzern erfüllt Prognosen für Kundenzahl – Italienische Tochter soll an die Börse gehen
Hutchisons UMTS-Geschäft zieht an

Auf Diskussionen über das Geschäft mit der milliardenteuren UMTS-Mobilfunktechnik lässt Canning Fok sich schon länger nicht mehr ein. „Ich bin das Reden leid. Entscheidend ist, ob wir Kunden gewinnen können. Und wir können“, sagte der geschäftsführende Direktor beim Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa einst. Mit neuen Kundenzahlen hat das Unternehmen dies jetzt erneut belegt.

DÜSSELDORF. Mindestens 6,5 Millionen UMTS-Nutzer wird Hutchison laut Fok weltweit bis zum Jahresende haben – davon gut vier Millionen in Europa. Damit wird das Unternehmen die Prognosen der Optimisten unter den Analysten erfüllen. Im Mai hatte der Hongkonger Konzern gerade mal 1,7 Millionen Kunden für UMTS. Seitdem warb Hutchison täglich im Durchschnitt etwa 20 000 neue Nutzer für die Technik an, die das mobile Surfen im Internet schneller und bequemer machen soll und neue Handy-Dienste wie Videotelefonie ermöglicht.

Im nächsten Jahr will Hutchison zudem sein italienisches UMTS-Geschäft an die Börse bringen – mit 2,6 Millionen Kunden eine der größten UMTS-Tochtergesellschaften der Hongkonger. Analysten schätzen den Wert der italienischen Einheit auf mehr als vier Mrd. Euro. Investmentbanken hätten vorgeschlagen, das UMTS-Geschäft in Großbritannien und in Italien auszugliedern und an die Börse zu bringen, ein Börsengang für das Letztere sei aber deutlich wahrscheinlicher, sagte Fok vor Weihnachten. Als Termin peile man Ende 2005 an, wenn das Italien-Geschäft schwarze Zahlen beim Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern (Ebitda) schreibe. Nach Ansicht einiger Analysten ist das zu früh. „Es ist fraglich, ob es ein guter Zeitpunkt für einen Börsengang ist, wenn das Unternehmen gerade mal so die Gewinnschwelle erreicht“, sagte ein Analyst aus Hongkong. Fakt sei aber, dass Hutchison in Sachen UMTS jetzt eindeutig die Wende zum Guten eingeleitet habe.

Nach einem sehr zähen Start, geprägt von vielen technischen Schwierigkeiten, gewinnt Hutchisons UMTS-Geschäft an Tempo. Angetrieben wird es unter anderem durch hohe Rabatte bei UMTS- Handys und extrem aggressive Telefonie-Preise der Hongkonger. In einigen Fällen bieten der Konzern nach Angaben von Analysten Handy-Gespräche zu einem Fünftel des Preises seiner Konkurrenten an – zumindest in Europa kein Wunder, denn im Gegensatz zu Wettbewerbern wie Vodafone und T-Mobile betreibt Hutchison in Ländern wie Italien, Großbritannien, Österreich und Dänemark ausschließlich UMTS-Netze und muss bei seiner Preispolitik nicht abwägen, ob das UMTS-Geschäft möglicherweise die Umsätze mit der Vorgängertechnik schmälert. Die europäischen Konkurrenten sind daher deutlich verhaltener als Hutchison und sind mit der neuen Technik auch später gestartet. UMTS soll nach Möglichkeit nicht die Margen im bestehenden Mobilfunkgeschäft schädigen.

Hutchison hat in den vergangenen Jahren etwa 18 Mrd. Euro ins UMTS-Geschäft investiert. Dank massiver Verkäufe von Beteiligungen ist es dem Konglomerat unter Führung von Li Ka-shing, dem reichsten Mann Hongkongs, dennoch gelungen, seine Gewinne weiter steigen zu lassen. Das Geld wird nach Ansicht von Analysten künftig wieder im UMTS-Geschäft gebraucht, wenn der Wettbewerb durch die steigende Zahl der UMTS-Anbieter zunimmt.

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