Hundetötungen: Adidas hat Ärger im Netz

Hundetötungen
Adidas hat Ärger im Netz

Die Tötung von Straßenhunden in dem EM-Ausrichterland Ukraine treibt Tierschützer auf die Barrikaden. Vor allem Adidas bekommt das im Netz zu spüren.
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DüsseldorfFür Aktivisten aller Art ist das Internet ein Segen: So leicht wie nie lässt sich über das Netz Protest organisieren – je emotionaler das Thema, desto leichter. Da verwundert es nicht, dass die Tötung von Hunden die Gemüter derzeit besonders stark erregt.

Die ARD-Sendung „Brisant“ berichtete am 3. November über Straßenhunde, die in der Ukraine qualvoll getötet werden. Auch im Internet sind Dutzende Videos zu sehen, die zeigen, wie die Hunde auf den Straßen der Ukraine qualvoll verenden, weil sie vergiftet wurden. Hundefänger sollen die Tiere in mobilen Krematorien verbrannt haben. Die Tötung von Straßenhunden ist in der Ukraine nicht ungewöhnlich. Tierschützer vermuten aber, das Land habe derzeit ein besonderes Interesse, die Tiere zu töten. Für die kommende Europameisterschaft wolle sich der osteuropäische Staat von seiner besten Seite zeigen – abgemagerte und dreckige Straßenhunde passten da nicht ins Bild.

Nach internationalem Druck verhängte das Land ein Tötungsverbot – die Uefa begrüßte das. Doch die Protestwelle im Netz rollt weiter und trifft inzwischen auch Ziele, die höchstens sehr indirekt etwas mit der Tötung der Tiere zu tun haben.

Auf der Facebook-Seite von Adidas Originals ist ein Sturm der Entrüstung ausgebrochen, der sich in Hunderten negativen Kommentaren äußert. Im Internet-Slang wird eine derartige Negativflut von Kommentaren, die sich durch soziale Medien selbst verstärkt, auch „Shitstorm“ genannt. Ähnlich einem echten Sturm hilft da meist nur abwarten, bis er vorüber zieht.

Inzwischen sah sich Adidas gezwungen auf den Proteststurm einzugehen. Auf deutsch und englisch schreibt der Sportausrüster auf seinen Facebook-Seiten:  „Wir möchten uns hiermit zu den (zahlreichen) Fragen und Äußerungen auf der Originals-Facebook-Seite äußern und euch unseren Standpunkt zum Thema Tierschutz in der Ukraine im Hinblick auf die Uefa Euro 2012 mitteilen: Die Adidas-Gruppe ist strikt gegen jegliche Form der Tierquälerei und erwartet von den ukrainischen Behörden, diesen Vorwürfen gewissenhaft nachzugehen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Wir beobachten dieses Thema ganz genau und werden das auch weiterhin tun.“

Seite 1:

Adidas hat Ärger im Netz

Seite 2:

Uefa begrüßt Tötungsverbot

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  • Ihr lächerlicher Kommentar aber auch nicht!
    Tiere haben keine echte Lobby.
    Also besser blinder Aktionismus als wegsehen!

  • Shitsstorm beschreibt die Sache ganz gut.

    Und wieder einmal eine dieser völlig verdummten Aufschreiaktionen der Pseudo-Ökos und Möchtegern-Tierschützern.

    "Ich boykottiere die EM" - Uuuuh, da wird den Behörden ja Angst und Bange. Und am Ende schauen doch wieder alle die EM an und kaufen danach wieder einen neuen Adidas Jogginganzug... Lächerlich!

    "Glaub eher nicht, dass meine nächsten Sportsachen von Addidas kommen." - Und die anderen Sponsoren haben da natürlich nichts damit zu tun... Da sind alle daran Beteiligt!

    Ich finde die Sach ja auch nicht schön und spreche mich für die "CNVR-Methode" (laut Vorredner) aus. Aber diese lächerlichen Aktionen helfen dagegen auch nichts...

  • In 2012 findet in der Ukraine und Polen die Fußball Europameisterschaft statt. Dieses sportliche Ereignis hat aber auch eine düstere Seite. Vor allem in der Ukraine leben viele Hunde auf der Straße. Hunde werden nicht freiwillig zum Streuner. Es ist der Mensch, der Schuld ist. Sie haben die Tiere zuerst ausgesetzt, der Rest wird von der Natur erledigt, zumal sich Streuner unkontrolliert vermehren. Nur damit die vielen erwarteten Besucher/Touristen während der Fußball-EM 2012 nicht mit Streunern konfrontiert werden sollen, werden die wehrlosen Tiere zu Tode geschlagen, vergiftet oder mit mobilen Krematorien bei lebendigem Leib verbrannt, damit die Straßen zur EM 2012 sauber sind.
    Die Alternative heißt CNVR "catch, neuter, vaccinate and release" (Fangen, Kastrieren, Impfen und wieder freilassen). Eine Methode die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahre 1990 wissenschaftlich als Lösung gegen die Überbevölkerung von Hunden nachgewiesen wurde. In Länder wie Bosnien und in der Türkei, wo es auch große Hundepopulationen gibt, haben schon erfolgreiche CNVR Projekte stattgefunden.

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