Ifa 2008
Die Funkausstellung bittet zu Tisch

Aus Elektronik wird Lifestyle: Sterneköche, Live-TV-Kochduelle und jede Menge Show-Stars sollen auf der Internationalen Funkausstellung für Kauflaune sorgen – und der Branche trotz Wirtschaftskrise ein Umsatzwachstum bescheren.

DÜSSELDORF. Letztlich blieb selbst dem störrischen Giganten Sony keine andere Wahl mehr. 2005 hatte der Elektronikhersteller seinen einst riesigen Messestand auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) demonstrativ bis auf eine Ansammlung schwarze Vorhänge und ein paar Sitzkissen mit Kaufhausmusik reduziert. 2006 waren die Japaner dann überhaupt nicht mehr unter dem Berliner Funkturm angetreten. Aber jetzt wird wieder geklotzt; die gesamte Halle 4.2 mit über 6 000 qm hat der Walkman-Erfinder angemietet, um nicht noch einmal hinter den opulenten Auftritten von Konkurrenten wie Panasonic oder Samsung zurückzustehen. Dabei sein ist alles – die Funkausstellung ist zurück.

Auf über 120 000 qm verkaufter Ausstellungsfläche werden vom 29. August bis 3. September 1 200 Aussteller die neuesten Flachfernseher, Hi-Fi-Anlagen, Digitalkameras, Multimedia-Laptops, Heimprojektoren und Spielekonsolen zeigen.

Der Branche geht es gut, trotz Wirtschaftskrise rechnet der Branchenverband GfU, der die Ifa ausrichtet, für 2008 mit einem Umsatzwachstum von rund zwei Prozent auf mehr als 23,7 Mrd. Euro. Pro Haushalt werden die Deutschen im Schnitt 1 060 Euro für ihre elektronischen Lieblings-Spielzeuge ausgeben. Im kommenden Jahr werden es sogar knapp 1 100 Euro sein, sagt Hans-Joachim Kamp, Philips-Deutschlandchef. Er ist sich sicher: „Unsere Branche wird dem wirtschaftlichen Abwärtstrend trotzen. Und wir werden auf der Ifa steigende Besucherzahlen sehen.“

„Wir haben das Rekordniveau von 2007 wieder erreicht“, sagt Jens Heithecker zufrieden. Er ist Projektleiter für die Ifa bei der Berliner Messe. Vor drei Jahren sah es noch anders aus. Die Ifa stand am Scheideweg. Computer, TV und Internet wuchsen zusammen, Messen wie die Cebit versuchten ihr die Aussteller wegzuschnappen. Die Unternehmen klagten über hohe Kosten für die Messeauftritte und die Besucherzahlen bröckelten. Bereits 2003 war die Messelaufzeit von neun auf sechs Tage gekürzt worden, vergebens. 2006 folgte die Radikaloperation.

Der Veranstaltungsrhythmus wurde von zweijährig auf jährlich verkürzt, um mit den Konkurrenzmessen in Las Vegas, Tokio oder Korea gleichzuziehen. Die Märkte waren zu schnelllebig geworden: „Über 50 Prozent der Produkte im Handel sind heute jünger als zwölf Monate“, weiß Philips-Manager Kamp. Der Handel verlangte nach einer aktuellen Ordermesse vor dem Weihnachtsgeschäft. Kamp erwartet gute drei Mrd. Euro Umsatz, der während der Ifa 2008 in die Orderbücher der Hersteller geschrieben werden könnte.

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