Ifa-Start
Kühlschrank statt Flachbildschirm

Die Ifa in Berlin meldet Rekordzahlen - obwohl die Unterhaltungselektronik die großen Innovationen vermissen lässt. Dafür sorgen Haushaltsgeräte überraschend für einen kräftigen Wachstumsschub.

Berlin, DüsseldorfChristian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin, strahlte. Konnte der Berliner Manager doch schon vor der offiziellen Eröffnung der Internationalen Funkausstellung (IFA) am heutigen Donnerstag die größte Messe aller Zeiten verkünden. Denn trotz schwacher Konjunkturaussichten ist die Zahl der Aussteller um ein Prozent auf 1.441 gewachsen. Die Standfläche legte sogar um vier Prozent auf mehr als 140.000 Quadratmeter zu.

Das Überraschende: Für den Wachstumsschub sorgen auch die Hausgeräte. Seit vier Jahren ist auf der IFA die sogenannte "weiße Ware" zu sehen: Kühlschränke, Geschirrspüler, Kaffeeautomaten. Seitdem kommt das Messegelände am Berliner Funkturm an seinen Kapazitätsgrenzen, die Veranstalter mussten sich in diesem Jahr etwas einfallen lassen, um möglichst keinem Aussteller absagen zu müssen.

Zelte und temporäre Hallen wurden errichtet, wo sonst Autos parken sind nun Messestände untergebracht. Im Raum für die "Halle x19", in der Fotospezialisten wie Nikon oder Fuji-Film ausstellen, sei ein Springbrunnen überdeckt worden, sagt IFA-Direktor Jens Heithecker. Erst 2014, wenn die alte Deutschlandhalle abgerissen ist und eine neue Halle gebaut wird, soll es wieder entspannter zugehen.

Der Zulauf dürfte jedoch nicht nachlassen, denn die Aussichten der Branche sind insgesamt gut. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) erwartet, dass die Exporte um fünf bis acht Prozent steigen werden. Im Heimatmarkt Deutschland wird ein Plus von zwei bis drei Prozent prognostiziert.

Die IFA gilt als wichtiges Stimmungsbarometer für die Branche. Während es den Herstellern von Weißware gut geht, sieht es bei der Unterhaltungselektronik schlechter aus. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) verzeichnete der Markt für Unterhaltungselektronik einen deutlichen Rückgang im ersten Halbjahr 2011, für das zweite Halbjahr rechnet das Forschungsunternehmen jedoch mit einer "spürbaren Erholung".

Große Hersteller wie Miele und Siemens kündigten bereits wegen gestiegener Rohstoffkosten leichte Preisanhebungen für 2012 an. Dem Traditionsunternehmen Miele geht es exzellent. Der ostwestfälische Konzern hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 ein Umsatzplus von vier Prozent. Miele hatte mit 2,95 Milliarden Euro nach Angaben des Geschäftsführenden Gesellschafters Reinhard Zinkann die höchsten Erlöse in der Unternehmensgeschichte erzielt.

Seite 1:

Kühlschrank statt Flachbildschirm

Seite 2:

Dauergast ZDF kommt nicht

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%