IFA
Von allem ein bisschen

Philips ist auf der Suche nach dem richtigen Weg. Pieter Nota, Chef der Konsumgütersparte, versucht sich als Wegweiser. Er verkleinert das Produktangebot und stellt unprofitable Bereiche neu auf.
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BerlinWer in diesen Tagen auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin am Philips-Stand vorbeischaut, bekommt zunächst vor allem eines zu sehen: Fernseher. Ob internetfähige Geräte für den vollen Unterhaltungsspaß im Wohnzimmer oder Modelle mit 3-D-Technologie für Spielefans, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Die TV-Geräte nehmen einen ziemlich großen Raum ein, obwohl sich Philips im April dieses Jahres doch eigentlich aus dem Geschäft verabschiedet hat.

Preisdruck durch Billiganbieter

"Der Fernsehbereich spielt nach wie vor eine wichtige Rolle für unsere Marke", sagt aber Pieter Nota, Chef der Philips-Konsumgütersparte, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Mit dem gut bestückten Stand auf der IFA will Philips zeigen, dass der Konzern zu seinem noch relativ jungen Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen TP Vision steht. Seit 2007 hatte sich der operative Verlust der TV-Sparte auf gut 1,2 Milliarden Euro angehäuft, bis Philips-Chef Frans van Houten schließlich einen Schlussstrich darunter zog und sich für die Gründung des Joint Ventures mit dem chinesischen Partner TPV Technology entschied. Die Niederländer halten daran 30 Prozent, TPV 70 Prozent. "Selbst unsere Konkurrenten erkennen mittlerweile an, dass wir eine gute Lösung für dieses wettbewerbsintensive Geschäftsfeld gefunden haben", sagt Nota. Philips könne die Kosten drastisch senken, da TPV in der Fertigung sehr effizient arbeite. "Wir sind optimistisch, dass das Geschäft künftig profitabel sein wird."

Das TV-Geschäft ist aber nur ein Beispiel dafür, wie schwer sich Philips in der Unterhaltungselektronik tut. Unter anderem setzt der Preisdruck durch asiatische Billiganbieter den Niederländern zu. Hinzu kommt, dass die wegweisenden Innovationen vergangener Zeiten inzwischen ausbleiben. So hatte Philips in den 80er-Jahren die Compact Disc (CD) auf den Markt gebracht. Solche Weltneuheiten kann der Konzern derzeit nicht bieten.

Stattdessen kündigte Konzernchef van Houten im Juli an, auch Lösungen für das schwierige Geschäft mit Audiogeräten zu suchen. MP3- und auch DVD-Player sind mittlerweile Produkte ohne Wachstumspotenzial. "Um die Kosten am Ende des Produktlebenszyklus zu senken, wollen wir verstärkt Vertriebspartnerschaften eingehen", erklärt Nota. Als Vorbild gilt eine Kooperation mit Funai in den USA. Die Japaner vertreiben für Philips neben Fernsehern inzwischen auch Hi-Fi-Geräte und Lautsprecher.

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