E-Postbrief De-Mail
Telekom greift Post zum Ifa-Start an

Telekom und 1 & 1 greifen Konkurrenzprodukt der Post an und wollen den Brief ablösen. Das Konkurrenzprodukt De-Mail startet zur Ifa. Zwei Großkunden können die Telekommunikations-Provider bereits vorweisen.
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DüsseldorfDie Partner Deutsche Telekom und 1 & 1 machen Ernst mit ihrem seit langem angekündigten sicheren E-Mail-Service: Wie Vorstände beider Unternehmen dem Handelsblatt bestätigten, startet das unter "De-Mail" laufende Projekt Ende August pünktlich zur Internationalen Funkausstellung, Ifa, in Berlin. Von Beginn an beteiligt sind die Großkunden Allianz und Targo-Bank, weitere 40 Großunternehmen testen derzeit das rechtsverbindliche E-Mail-System. Telekom-Kunden können damit ab der kommenden Woche vertrauliche Dokumente an Behörden und Firmen verschicken oder diese empfangen.

Die Telekom und 1 & 1 stoßen in einen Milliardenmarkt vor, der schon lange Begehrlichkeiten weckt: Knapp zehn Milliarden Euro geben die Deutschen Jahr für Jahr für das Porto ihrer Briefe aus, trotz der vielen E-Mails und SMS-Nachrichten, die jeder zusätzlich über das Internet verschickt. Dass sich der klassische Brief im Zeitalter der Digitalisierung überholt haben könnte, ahnte die Deutsche Post schon vor zwei Jahren und schickte ihre elektronische Variante - den E-Postbrief - ins Rennen. Die Erwartungen von Telekom und 1 & 1 an die De-Mail sind hoch: 1 & 1-Vorstand Jan Oetjen verspricht sich davon nicht weniger als die "Digitalisierung der Briefkommunikation".

Schriftwechsel per Papier ist ein Auslaufmodell

Doch bevor es so weit ist, muss kräftig die Werbetrommel gerührt werden. Zwar haben sich schon 1,5 Millionen Privatpersonen und eine fünfstellige Zahl von Unternehmen zum Start bei 1 & 1 und der Telekom registrieren lassen. Für den Durchbruch reicht das aber nicht. In einer zweiten Welle werde die De-Mail den Markt aufrollen, so die Hoffnung. "Das kann im nächsten Jahr oder später passieren", sagte der Deutschland-Chef der Telekom, Niek Jan van Damme, "der Schriftwechsel per Papier ist jedoch ein Auslaufmodell."

So geht Oetjen davon aus, dass bis zu 80 Prozent aller Briefsendungen digitalisierbar sind. Der Post will man dabei Marktanteile wegnehmen. Schließlich beherrschen Deutsche Telekom mit "T-Online" und 1 & 1 mit "GMX" und "Web.de" zwei Drittel der deutschen E-Mail-Zugänge. Dass der Markt nicht leicht zu erobern ist, zeigen die Erfahrungen der Post mit ihrem E-Postbrief. Rund 200 000 dieser sicheren E-Mails sollen nach Angaben von Wettbewerbern pro Monat verschickt werden, viel weniger, als die Bonner vor zwei Jahren erwarteten.

Beide Systeme nehmen für sich in Anspruch, eine gesicherte elektronische Kommunikation zu ermöglichen, dennoch unterscheiden sie sich in einem Punkt gravierend: So funktioniert die De-Mail wie ein geschlossener Brief oder ein Einschreiben. Sender und Empfänger müssen sich vorher identifizieren und registrieren lassen - Grundvoraussetzung, dass Behörden oder Firmen vertrauliche Dokumente wie Gehaltsbescheide, Rechnungen oder Kontoauszüge überhaupt über das Internet verschicken können. Für jede codierte De-Mail gibt es eine Sende- und Empfangsbestätigung. Sie gelten rechtlich dann als zugestellt.

Das gilt auch für den E-Postbrief, dennoch erfüllt diese elektronische Variante nicht die gesetzlichen Anforderungen der deutschen Behörden. Zudem ist sie mit 55 Cent "Porto" deutlich teurer als die De-Mail, für die Firmenkunden im günstigsten Fall lediglich 20 Cent bezahlen müssen. Die Post wirbt mit anderen Vorzügen: So gebe es mehrere Zusatzfunktionen, auch kann der E-Postbrief für Empfänger ohne Internetanschluss ausgedruckt und traditionell zugestellt werden. Allerdings denkt auch die Post darüber nach, zum Ende des Jahres selbst einen De-Mail-Dienst anzubieten.

Es sind vor allem die geringeren Kosten, die die De-Mail für Firmen attraktiv machen soll. "Den 39 Cent für eine De-Mail stehen rund 70 Cent für einen Normalbrief gegenüber - Porto, Druck und Prozesskosten eingeschlossen", rechnet Oetjen vor. Das Einsparpotenzial für die Unternehmen sei damit immens.

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  • Ich benutze bereits die neuen dienste von Mentana Claimsoft, Deutschen Post und der Telekom. Langfristig werde mich aber für einen der Anbieter entscheiden, vorerst teste und beobachte ich die Portale bis diese etwas reifer werden. Ich bin begeistert. Sorgen um Datenschutz habe ich nicht! !!TRAUT EUCH!!

  • Wie verhält es sich eigentlich mit der Interaktion zwischen ePost und De Mail. Wird das Land zukünftig in ePost und De Mail gespalten?

  • Zuerst vorab: Die De-Mail existiert bei Mentana Claimsoft bereits seit einem halben Jahr - und dies sehr erfolgreich. Die Telekom zieht jetzt lediglich nach und UI wird auch noch kommen (die Post will sich auch zertifizieren lassen). Zu den allgemeinen Aussagen hier: Es stimmt schlichtweg nicht, dass De-Mail niemand wolle, denn dafür gibt es bereits viel zu viele, die den Dienst tagtäglich nutzen! bit.ly/Pzqrd4
    De-Mail ist vergleichbar mit dem Brief....nur das De-Mail viel preiswerter, schneller und sicherer ist, zusätzlich Ende-zu-Ende verschlüsselt werden kann (aber nicht muss!!) und vollständig in Prozesse integrierbar. Daher ist die Nachfrage so groß - jedoch natürlich: Immer, wenn neue und innovative Technologien auf den Markt kommen, benötigt die Verbreitung einige Zeit - und wenn jemand lieber zur Post geht und die Mehrkosten in Kauf nimmt so leben wir glücklicherweise in einem Land, wo es Alternativen gibt und nicht vorgeschrieben wird, was gemacht werden muss.

    Zum Thema "Staat kann ohne Aufwand mitlesen" --> Jein! In den technischen Richtlinien kann eindeutig nachvollzogen werden, dass dies werder vom Prozess - noch von der Technik her möglich ist (auf dem Stand der heutigen Technik, weil natürlich niemand weiß, wie schnell 4048 Bit RSA geknackt werden kann oder irgendwann auch mal andere Systeme). Aber ja: Wenn Gefahr für Personen, unser Land, ..... der Katalog ist klar spezifiziert, besteht, dann kann per richterlicher Anordnung passieren, dass Ermittlungsbehörden zugreifen dürfen - genau wie bei allen Freemail-Accounts, Handyprovidern, usw.....das ist normal und schützt uns alle.
    Jürgen Vogler, Produktmanager E-Business, Francotyp Postalia

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