Video-on-Demand setzt sich durch
Das Ende der Videothek

Die klassische Videothek ist vom Aussterben bedroht. Filmportale im Internet nehmen den Markt immer mehr für sich ein. In den nächsten Jahren soll die Branche über 20 Prozent wachsen. Viele wollen teilhaben.
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DüsseldorfDie Videothek mit ihren Filmen und Serien zum Ausleihen ist zum Aussterben verurteilt. „Die Videothek um die Ecke wird sterben", sagte Dirk Lisowsky, Geschäftsführer der Universal Pictures Germany und Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Audiovisuelle Medien (BVV), dem Handelsblatt. Die Filmabrufportale über Internet und Kabel, Video-on-Demand genannt, sind quasi der Sargnagel für die stationären Verleiher.

In Deutschland wächst Video-on-Demand rasant schnell. Nach Erhebungen der GfK schnellte der Umsatz der Filmabrufportale - zum Leihen oder Kaufen - im ersten Halbjahr um 41 Prozent auf 41 Millionen Euro nach oben. In diesem Jahr soll erstmals die Grenze von 100 Millionen Euro übersprungen werden, so Lisowsky.

Ein Ende des Trends ist vorerst nicht in Sicht. Der BVV erwartet in den nächsten Jahren Wachstumsraten von über 20 Prozent. „Der Anteil am gesamten Videomarkt wird von derzeit rund sechs Prozent auf 20 bis 30 Prozent in den nächsten Jahren ansteigen", sagt Lisowsky.

Der Niedergang der Videotheken ist im Gegenzug dramatisch. Im vergangenen Jahr schmolz die Zahl der Läden deutschlandweit auf 2500 zusammen. „Noch um die Jahrtausendwende gab es dreimal so viele Videotheken", sagt Joachim Birr, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BVV. Für dieses Jahr rechnet der Branchenexperte mit einem Umsatz von nur noch rund 200 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 war die Welt noch in Ordnung, die Erlöse lagen bei 400 Millionen Euro.

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Umstrittene Plattform von ARD und ZDF

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  • "Video on demand" ist nicht aufzuhalten, genau so wie der weitere Ausbau des Internets. Klar gibt es heute noch einige Probleme, aber verglichen mit beispielsweise einer Dekade frueher hat sich viel veraendert. Und so wird es weiter gehen.

    Ich sehe das baldige Ende aller TV-Anstalten in der heutigen Form. Ich persoenlich schaue seit langem nur mehr gezielt Videos bzw. Filme, Dokumentationen, Berichte, die mich interessieren ueber das Internet mit dem Computer. Auch ARD, ZDF, aber halt gezielt ohne darauf zu warten, dass eine gute Sendung kommt. Mein Fernseher wurde - ich weiss nicht mal mehr wann er zuletzt benutzt wurde.

    Videotheken bieten zwar "Video on demand", aber halt mit beschraenkter Auswahl und mit einigem Aufwand, wenn der "demand" eintritt.

  • Video On Demand taugt nix. Stereoton statt 6 oder 8 Kanäle? Nein danke. Ist alles noch nicht spruchreif. Und ruckeln tut's auch, trotz mehr als ausreichender Bandbreite. Dann lieber Blueray-Versand mit Favoritenliste. Schade für die Videothek. Aber Ladenmiete, Personal usw., da kommt sie preistechnisch einfach nicht mit. Bei den Versandportalen kann ich die Bluerays auch mal 3 Tage später zurückschicken, ohne gleich zu verarmen. Das ganze Geschäfts- und Preismodell ist einfach zeitgemäßer als bei der Videothek um die Ecke, wo man zudem an Öffnungszeiten gebunden ist.

  • Ich sehe nach wie vor den Engpaß der Online-Videotheken im Transportweg.
    Da auch die Ansprüche an die Bildqualität steigen (siehe BluRay, demnächst UHDTV mit 4k oder 8k), sind nur Kabel- oder Glasfaseranschlüsse schnell genug, um die Datenmengen zu übertragen. Der normale DSL-Anschluß wird zu langsam sein.

    Des weiteren muß man sich fragen, ob man das Internet-Backbone-Netz nur wegen der Filme weiter aufrüsten muß. Letztendlich ist das nur eine Verlagerung der Transportkosten von einzelnen Nutzer (Abholen des Filmes aus der Videothek) auf die Allgemeinheit (Umlage der Netzausbaukosten).

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