Illegales Glücksspiel
FBI ermittelt in Second-Life-Kasinos

Während die kommerzielle Nutzung von Second Life nach Einschätzung von Internet-Experten noch ganz am Anfang steht geraten die Kasinos der virtuellen Welt bereits ins Visier von FBI-Ermittlern.

HB NEW YORK. Dem Erfinder des populären Internetspiels, der Firma Linden Lab, droht Anwälten zufolge eine Anklage wegen illegalen Glücksspiels im Internet. „Second Life“ habe das FBI eingeladen, sich in den virtuellen Kasinos umzusehen und zu prüfen, ob diese gegen US-Gesetze verstoßen, sagte am Dienstag Ginsu Yoon, Vizepräsident für wirtschaftliche Angelegenheiten bei Linden Lab. Das Unternehmen wolle gerne Richtlinien für das virtuelle Glücksspiel festlegen, aber es fehlten bislang klare Vorgaben der Behörden.

In „Second Life“ gibt es hunderte virtuelle Kasinos. Die drei größten Spielhallen machen ihren Besitzern zufolge einen bescheidenen Gewinn von etwa 1100 Euro pro Monat. Viele Anwälte sagen aber, die virtuelle Kasinos verstoßen wahrscheinlich gegen das im vergangenen Jahr erlassene Glücksspielverbot im Internet oder das Gesetz gegen illegales Glücksspiel von 1970. Dennoch bleibt unklar, inwieweit Linden Lab dafür zur Verantwortung gezogen werden kann. Das FBI und die Staatsanwaltschaft von North Carolina wollten sich zu dem Fall zunächst nicht äußern.

„Second Life“ ist eine virtuelle Welt, die vollständig von ihren Bewohnern erschaffen und weiterentwickelt wird. Das Spiel besitzt eine eigene Wirtschaft und Währung. Linden Lab hat das Spiel 2003 der Öffentlichkeit vorgestellt, das mittlerweile von Mill. Menschen weltweit genutzt wird.

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