Im Gespräch mit: Shane Kim
„Die Generation der Spieler“

Shane Kim leitet seit 2004 die Microsoft Game Studios, eine mehr als 1 100 Köpfe starke Entwicklungsmannschaft für Computerspiele. Im Interview spricht der 44-Jährige über weltweite Rock-Konzerte, Kämpfe gegen Aliens und neue Trends im Computerspielemarkt.
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Herr Kim, im September kommt Ihr Computerspiel „Halo 3“ auf den Markt, ein sogenannter Ego-Shooter, in dem der Spieler die Zivilisation vor der Vernichtung durch Aliens retten muss. Microsoft hat einen zweistelligen Millionenbetrag in die Entwicklung des Kampfspiels investiert. Ihr Konkurrent Nintendo ist derweil mit familienorientierten Computerspielen extrem erfolgreich. Verfehlt „Halo 3“ den Markttrend?

Ich bin da ganz entspannt. Die ersten Versionen des Spiels haben sich knapp 15 Millionen Mal verkauft, die Fangemeinde wartet sehnsüchtig auf den Verkaufsstart. Der Vorgänger erzielte 2004 allein am ersten Verkaufstag 125 Millionen Dollar Umsatz. „Halo 3“ wird ein irrsinniger Erfolg.

Mit der Spielekonsole Xbox hat Microsoft eine große Fan-Gemeinde unter technisch anspruchsvollen Intensivspielern. Andererseits verliert die Unterhaltungssparte noch immer Geld. Reicht es da, sich auf die Hardcore-Gamer zu konzentrieren?

Unser Ziel ist, die Generation ambitionierter Spieler zu gewinnen. Da führen wir.

Müssen Sie nicht trotzdem auch andere Kundenschichten ansprechen, wenn Sie irgendwann mal Geld verdienen wollen?

Auch wenn „Halo“ für uns überaus wichtig ist – es ist ja nicht das einzige Spiel im Portfolio. Klassiker wie der Flugsimulator oder Rennspiele sind thematisch ganz anders ausgerichtet, begeistern aber ebenfalls mit faszinierenden optischen Effekten und großem Spielspaß. Alle wichtigen Anbieter von Spieleplattformen haben unterschiedliche Ansätze. Wir setzen auf die Verknüpfung unserer Konsolenspiele mit der Online-Plattform Xbox live. Da kann uns keiner das Wasser reichen.

Dafür haben Sie mobilen Spielegeräten wie Sonys Playstation Portable oder Nintendos DS nichts entgegenzusetzen. Und der Erfolg einer neuen Steuerung wie die auf Körperbewegungen reagierende Konsole Wii kann Sie doch nicht ungerührt lassen.

Lässt es auch nicht. Aber nur weil ein Konkurrent etwas anders macht als wir, müssen wir es nicht nachmachen. Und mobile Geräte überlassen wir eben den anderen. Aber auch wir werden unser Portfolio ausbauen. Das im Herbst verfügbare Musikspiel „Rock Band“ ist ein Beispiel. Statt über klassische Controller wird es mithilfe einer Art digitalen Gitarre gesteuert, die an die Xbox angeschlossen wird. Auf unserer Online-Plattform können sich die Spieler dann übers Internet mit anderen Musikfans zusammenschalten.

Weltweite virtuelle Konzerte statt kollektives Hampeln vor der Spielekonsole?

Nintendo war zuletzt sehr erfolgreich. Aber wenn wir uns den Markt in einem Jahr noch mal ansehen, bin bin sicher, dass Microsoft sehr gut dasteht.

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