Im Interview: Markus Schächter
„HDTV ist der Fernsehstandard der Zukunft“

Das ZDF drängt auf eine schnelle Einführung des hochauflösenden Fernsehens (HDTV). Im Handelsblatt-Interview am Rande der Ifa in Berlin erläuterte ZDF-Intendant Markus Schächer, wie das ZDF den Übergang in die neue Fernsehzeit gestalten will – und was es kosten wird.

Wie strategisch wichtig ist HDTV für das ZDF?

HDTV ist der Fernsehstandard der Zukunft. In einer mittelfristigen Perspektive werden Europa und weltweit alle TV-Produktionen in HD realisiert und übertragen. Von daher ist es für uns wichtig, dass wir uns frühzeitig auf diese neue Technologie einstellen. Wir tun das bereits seit Jahren, in dem wir herausragende und international verwertbare Produktionen in diesem Standard produzieren. Auch die Fernsehtechnik wird sukzessive umgerüstet.

Warum zieht sich die HDTV-Einführung so lange hin?

Das hängt damit zusammen, dass es – anders als bei der Einführung des Farbfernsehens – hier um einen völlig neuen Standard geht. Das heißt, es wird eine lange Phase der Parallelübertragung geben. Außerdem müssen hohe Investitionen von allen Beteiligten vorgenommen werden. In Deutschland empfangen noch immer mehr als 60 Prozent der Haushalte ihr Fernsehsig-nal analog. Die Grundvoraussetzung für das Format HDTV ist aber die Digitalisierung. Deshalb haben Fritz Raff und ich auch einen Runden Tisch darüber gefordert, einen Zeitpunkt zu definieren, zu dem die analoge Übertragung abgeschaltet werden kann.

Wann wird das ZDF auf HDTV umstellen?

ZDF und ARD haben sich vor einem Jahr auf eine Roadmap verständigt und dies auch mit der Industrie abgestimmt. Danach werden wir gemeinsam zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August 2009 in Berlin den Testbetrieb mit HDTV auf einem zusätzlichen Satellitenkanal aufnehmen. Dieser Testbetrieb wird dann bis zum Beginn der Olympischen Winterspiele in Vancouver im Februar 2010 aufrechterhalten. Zu diesem Zeitpunkt beginnt dann die reguläre Ausstrahlung. Ab Januar 2009 gehen wir davon aus, dass rund 25 Prozent des ZDF-Angebotes dann in echtem HD ausgestrahlt werden können.

Gibt es eine Interessenskongruenz mit den Privaten wie Premiere?

Meines Erachtens liegt ein abgestimmter Zeitplan für den analogen Switch-off im Interesse aller. Die Sender können sich in ihrer Produktion darauf einstellen. Der Wegfall der analogen Übertragung setzt Finanzmittel frei, die für die digitale Ausstrahlung eingesetzt werden können. Die Kapazität im Kabel wird schlagartig erhöht und vor allem die Zuschauer können sich auf diesen Umstieg vorbereiten und anschließend alle Vorteile genießen.

Reichen 100 Millionen Euro für die Umstellung auf HDTV aus?

Die KEF hat dem ZDF für die nächsten Gebührenperiode pro Jahr 25 Millionen für die Einführung von HDTV zugebilligt. Die 100 Millionen beziehen sich also auf vier Jahre. Damit ist eine gute Grundlage geschaffen, mit der wir auskommen müssen und werden.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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