Im Stau stehen ohne Langeweile
PC hält Einzug ins Auto

Geht es nach dem Willen der Industrie, informieren Autos in Zukunft über neu eingetroffene E-Mails und lesen sie vor, die Kinder sehen sich währenddessen auf den hinteren Sitzen einen Film an oder surfen im Internet, während der Fahrer von dem Navigationssystem durch den Großstadtdschungel gelotst wird.

dpa BERLIN. Viele der dafür notwendigen Geräte sind auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin zu sehen. So präsentieren die Unternehmen Intel und Eepd einen Mini-PC, der als Unterhaltungsstation im Auto arbeitet. Der Fahrer kann über das Mobilfunk-Modul telefonieren, während die Mitfahrer DVD oder schauen oder fernsehen. Zwei integrierte Bildschirme im Rücken der Vordersitze sollen die Rückbank zum Kino machen. Die PC-Lösung passt in einen herkömmlichen Autoradioschacht. Bedienen lässt sich das System über einen Touchscreen, der entweder vor oder auf dem Armaturenbrett im Frontbereich des Fahrzeugs angebracht ist.

"Im Grunde sind unsere Autos teilweise schon stärker vernetzt als unsere Büros", sagt Intel-Geschäftsführer Hannes Schwaderer. "Verdrängen inzwischen schicke Entertainment-PCs Elektronik-Türme aus dem Wohnzimmer und können wir dank ausgeklügelter Energiesparfunktionen mit Notebooks an jedem Ort zu jeder Zeit fernab der Steckdose arbeiten oder DVD-Filme ansehen, so stehen uns ab sofort all diese Funktionen auch im automobilen Umfeld zur Verfügung."

Auch Blaupunkt präsentiert auf der IFA, was heutzutage multimedial im Auto möglich ist. Mitfahrer können im Heimkinoformat 16:9 DVD oder Fernsehen schauen, dank klappbarem Deckenmonitor am Fahrzeughimmel. Der japanische Aussteller Kenwood zeigt gleich fünf Monitor-Modelle im breiten 16:9-Format und in verschiedenen Einbau-Varianten.

Doch ob DVD-Player und der Internetzugang im Auto Standard werden, ist nach Meinung von Experten noch fraglich. "Viele Leute überfordert zu viel Technik im Auto", meint Oliver Stauch, Redakteur der Fachzeitschrift "connect". Die Autohersteller schauten sehr wohl auch auf den demographischen Faktor und beachteten, dass immer mehr Autokäufer älter seien. Aber Sondereditionen mit Multimedia-Technik für das Familienauto werde es in Zukunft sicherlich geben. "Auch die Veredelung und Individualisierung des Autos spielt bei der Anschaffung dieser Geräte eine Rolle", sagt Stauch.

Wer hingegen vom Computer nur durch die Stadt gelotst werden will, greift statt auf einen Multimedia-PC eher auf einen preiswerteren mobilen Taschencomputer, den Personal Digital Assistant (PDA), zurück. Inzwischen werden nach Angaben von "connect" mehr als zwei Drittel aller Organizer im Verbund mit einer Navigationssoftware und dem entsprechenden Zubehör verkauft. Viele Pdas werden auch gleich für den Gebrauch als Navigationsgerät optimiert. Und noch ein mobiler neuer Begleiter zieht ins Auto ein: Apples ipod, für den immer mehr Docking-Stationen angeboten werden, die wie ein Gerät von Harman/Kardon zum Beispiel auch eine bequeme Navigation durch das gespeicherte Musikarchiv erlauben.

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