Im Trend
Social Economics – bloggen, vernetzen, empfehlen

Das Web 2.0 hat eine soziale Komponente in Handel und Kommunikation via Internet gebracht, die bereits viele Nutzer erfasst hat: Sie bloggen, vernetzen, empfehlen, tauschen oder "twittern".

Der Holtzbrinck-Verlag, zu dem auch das Handelsblatt gehört, ließ sich das zukunftsweisende Investment in die Studenten-Community studiVZ, ein typisches "Kind" des Web-2.0-Zeitalters, satte 85 Millionen Euro kosten. Welches ökonomische Potenzial das neuie Nutzervehalten tatsächlich birgt, fasst Andrea Schulz, Co-Leiterin des Arbeitskreises Zukunftstrends und Geschäftsführerin der artundweise GmbH, zusammen: "Aus dem passiven Konsumenten ist ein aktiver "Prosument" geworden, der mitreden will anstatt etwas vorgesetzt zu bekommen. Eine gewaltige Herausforderung für Marken und Unternehmen. Die veränderte Internetnutzung hat bereits eine Vielzahl an Dienstleistungen und Angeboten hervorgebracht, die den realen ökonomischen Bedürfnisse der sogenannten Neuen Verbraucher angepasst sind."

Wie es dem Nutzer gefällt

Der Web 2.0 (auch Social Web oder Social Network) Gedanke prägt die aktuellen Trends im Internet. Mit der zunehmend selbstverständlichen Nutzung von Weblogs, Podcasts und Co. (den sogenannte Social Software Tools) mutieren Internetnutzer zu Produzenten, die konstant den Wandel in der Online-Nutzung und Kommunikation fördern. Web 2.0 wird so auch als ökonomische Einflussgröße wichtiger. Schlagworte wie Social Commerce, Social Branding oder Social Lending als Vorstufe zum Social Banking machen die Runde und beschreiben letztlich neue ökonomische Ansätze. Der Prozess der Monetarisierung erfolgreicher Angebote hat begonnen. Auf dem Fundament des Web 2.0 etabliert sich eine Economy 2.0, die sich auf der Basis von Interaktion und Beteiligung der Konsumenten daran macht die (Internet-)Ökonomie zu transformieren. Es vollzieht sich, was vor kurzem noch scheinbar ausgeschlossen schien: Web 2.0-Anwendungen und knallhartes Business wachsen zusammen.

Markt-Relevanz/-Potential

Das Potential der Social Economics ist heute noch nicht seriös zu beziffern. Viele der Web-2.0-Werkzeuge sind derzeit noch rein kommunikativer Natur ohne direkte ökonomische Auswirkungen. Die Möglichkeit, Konsumenten mit Themen wie Social Commerce, Social Branding oder Social Banking in die Angebotsgestaltung und auch den Vertrieb (Stichwort: Empfehlungsmarketing) einbinden zu können, werden die Web 2.0 Ökonomie beeinflussen, wenn nicht revolutionieren. Das Phänomen webbasierter Wertschöpfung ist längst nicht mehr nur auf die Internetwirtschaft beschränkt. Ökonomische Rückwirkungen zeigen sich zunehmend auch in klassischen Wirtschaftsbereichen wie der Medienwirtschaft, dem Handel und dem Kapitalmarkt.

Nutzer-Akzeptanz

Die Zahlen sprechen für sich: 60 Millionen Weblogs weltweit, 1,8 Millionen registrierte studiVZ-Nutzer, mehr als zwei Millionen Mitglieder in der virtuellen Business-Community Xing, rund 70 Millionen Besucher zählt die Video-Community YouTube, mehr als 80 Millionen die Netzwerkplattform Facebook. Nicht wenige Nutzer lassen sich für innovative Marketing- oder Vertriebsideen begeistern. Eine Reihe populärer Plattformen für Social Lending (die Vermittlung privater Kredite) oder Social Commerce, bei denen User für die Mitgestaltung und den Vertrieb von Produkten provisioniert oder - wie bei shoppero.com - an Werbeerlösen beteiligt werden, bieten ausreichend Gelegenheit dazu.

Technologische Herausforderung

Die technologischen Herausforderungen sind gering. Ähnlich wie beim "klassischen" Web 2.0 sehen wir technisch nichts wirklich Neues. Es geht im Wesentlichen um Ideen, Inhalte und Businessmodelle, nicht um bahnbrechende Soft- oder Hardware-Neuerungen.

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