Immer höhere Übertragungsraten
Rekordjagd auf der Datenautobahn

Mit etwas mehr als 50 Kilobit pro Sekunde klickte sich die Masse der Surfer noch vor knapp zehn Jahren über analoge Telefonleitungen durch das Internet. Heute plant die Deutsche Telekom das VDSL-Netz mit einer superschnellen Datenübertragungsrate von 50 Megabit pro Sekunde. Viele Privatkunden, aber auch professionelle Anwender fragen sich angesichts dieser Entwicklung, welchen Zusatznutzen sie von so schnellen Netzen haben.

DÜSSELDORF. Noch immer begnügen sich viele Internet-Nutzer, die kaum mehr als gelegentliche E-Mail-Korrespondenz im Netz absolvieren, mit ihren analogen Schmalspur-Verbindungen und vermissen dabei gar nichts. Und selbst wer die heutigen Angebote über Internet-Telefonie bis hin zu Video-on-demand nutzt, kommt mit den verfügbaren DSL-Geschwindigkeiten aus, sagt Ekkehart Gerlach, Geschäftsführer der Medienakademie Köln. "Eine Bandbreite von zwei Megabit pro Sekunde ist auch für anspruchsvolle Internet-Nutzer heute in der Regel voll ausreichend", erklärt der Breitband-Experte.

Stefan Jenzowsky hingegen, Head of Business Innovation bei Siemens Communications, sieht das anders. Jenzowsky hat bei Siemens die Aufgabe, weit nach vorn in die Zukunft zu schauen, und wenn er auf den künftigen Breitbandbedarf angesprochen wird, denkt er an Visionen wie das Holodeck von Raumschiff Enterprise. Derartige Anwendungen seien gar nicht mehr so fern. Doch auch kurz- und mittelfristig sieht Jenzowsky einen erheblich steigenden Breitbandbedarf.

Treibersind das bewegte Bild und die steigenden Anforderungen an die Qualität der Bildübertragung und-darstellung. Während Video-Telefonie und-Konferenzen sowie Online-Gaming sich auch noch mit zwei Megabit realisieren lassen, benötigt normales TV über den MPG-4-Standard schon vier Megabit und das Fernsehen im HDTV-Format sogar acht Megabit pro Sekunde.

Jenzowsky ist überzeugt davon, dass das Fernsehen mehr und mehr über IP-Netze zum Zuschauer transportiert werden wird. Der Siemens-Manager überlegt sich vor allem, wofür Konsumenten Geld ausgeben würden. "Unterhaltsame Inhalte, die extrem leicht zu nutzen sind, bringen Zahlungsbereitschaft", so Jenzowsky. Deshalb glaube er an IP-TV. Mit der Technologie ließen sich Sendungen auch zeitversetzt abrufen; über den Rückkanal könnten sie außerdem mit interaktiven Elementen ergänzt werden.

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