In nur 20 Stunden Italienisch verstehen
Online-Sprachkurs nutzt vorhandene Kenntnisse

Wer bereits französische Sprachkenntnisse besitzt, kann mit einem neuen Online-Lernprogramm nach nur wenigen Stunden Übung bereits eine italienische oder spanische Tageszeitung oder Internetseite lesen und verstehen. Das versprechen die Entwickler des Online-Sprachtrainings „Eurocom“.

HB/hsn DÜSSELDORF. Das interaktive Lernsystem unter eurocom.httc.de basiert auf neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung. Danach lassen sich Sprachen schneller und leichter lernen, wenn bereits gelernte Sprachkompetenzen aktiviert werden.

Entwickelt wurde die Lernmethode von dem Romanistikwissenschaftler Horst G. Klein. Er erforscht an der Universität Frankfurt Gemeinsamkeiten in der romanischen Sprachenfamilie. Kleins Forschungsergebnisse setzte das Hessische Telemedia Technologie Kompetenz Center (httc) an der TU-Darmstadt jetzt in ein internetbasiertes E-Learning-System um. „Das neue an dem Lernprogramm ist, dass es nicht linear aufgebaut ist, sondern dem Nutzer die Freiheit lässt, mit Texten zu beginnen, die ihn am meisten interessieren“, erläutert httc-Geschäftsführer Christoph Rensing die Herausforderung für die Entwickler. Der Nutzer taucht direkt in die noch unbekannte Sprache ein.

Am Anfang liest und hört er italienische, spanische oder rumänische Texte, entdeckt erste Ähnlichkeiten zu den bekannten Transfersprachen. Alle Wörter im Text sind anklickbar. Wenn der Groschen bei einem Wort nicht sofort fällt, hilft eine Eselsbrücke: Von einfachen Hinweisen, über Assoziationen bis zu systematischen Erklärungen. „Schnell stellt der Nutzer fest: Viele Bausteine der romanischen Sprachfamilie kenn ich ja schon“, sagt Rensing. Durch Hypothesenbildung leitet er selbstständig Sprachregeln und Wortbedeutungen ab, und erschließt immer sicherer, was gemeint ist. Bis er den Text sinngemäß übersetzen kann.

In Tests zeigte sich, dass die meisten Probanden nach rund 20 Stunden intensiver Arbeit mit dem Programm so viel vom Wesen der Sprache verstanden hatten, das sie beliebige Texte in Zeitungen oder auf Webseiten verstehen konnten. Sprachwissenschaftler Klein ist davon überzeugt, dass die Methode auch bei slawischen und germanischen Sprachfamilien funktioniert. Das Interesse an einer solchen Lernplattform ist nach der EU-Osterweiterung riesig, vermutet Rensing.

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