Industrie 4.0: Wie Maschinen in der Cloud sprechen lernen

Industrie 4.0
Wie Maschinen in der Cloud sprechen lernen

Die Digitalisierung verändert die Steuerung von Produktionsanlagen in der Industrie radikal. Dabei übernimmt die Datenwolke eine entscheidende Rolle: In ihr können Maschinen selbstständig Daten austauschen.
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KölnDie richtige Temperatur für den Maschinenpark? Der Automatisierungsspezialist Weidmüller ermittelt sie in der Datenwolke. Schon heute senden Maschinenmodule an einem Standort ihre Betriebsdaten an eine zentrale Steuerungseinheit. Das schafft Klarheit über den Stromverbrauch, ist aber nur ein erster Schritt: Bald könnten auch aktuelle Energiepreise eingespeist werden. Die Maschinen würden dann zum kostengünstigsten Zeitpunkt laufen - wenn es der Produktionsplan erlaubt. „So können wir Prozesse optimieren und die Energieeffizienz steigern“, sagt Jan Stefan Michels, Leiter der Technologieentwicklung bei Weidmüller.

Die Vernetzung der Industrie, innerbetrieblich und darüber hinaus, schreitet voran. Die Digitalisierung erreicht den Maschinen- und Anlagenbau. Voraussetzung dafür ist ein reibungsloser Datenaustausch auf breiter Fläche. Cloudcomputing übernimmt dabei eine entscheidende Rolle.

„Es geht darum, die Cloud vom Top Floor in den Shop Floor zu bringen“, sagt Horst Reichardt, Vorstandsvorsitzender der Beratungsgesellschaft Freudenberg IT. Die Datenwolke soll künftig nicht nur auf der Managementebene zum Einsatz kommen, sondern auch im Maschinenraum. Damit das gelingt, steht noch einiges an Arbeit bevor.

Noch tasten sich Unternehmen und IT-Dienstleister vorsichtig in die neue Welt vor. Bei Weidmüller stoße das Projekt, bei dem Energiekosten optimiert werden, zwar generell auf großen Zuspruch, sagt Michels. Vereinzelt gebe es auch Anfragen zu umfassend vernetzten Anlagen, die beispielsweise eine Fernwartung ermöglichen oder vereinfachen. Aber: „Es gibt durchaus noch Vorbehalte dagegen, eine Cloud zu nutzen“, erklärt Michels. „Besonders dann, wenn es Lösungen sind, die außerhalb des Unternehmens betrieben werden.“ Skepsis herrsche auch, wenn der Cloudbetreiber nicht klar erkennbar sei.

Doch die sogenannte M2M-Kommunikation, also der Austausch zwischen Maschinen, könnte ein neues Niveau erreichen. „Die Möglichkeiten des Ausbaus sind mit der Cloud natürlich wesentlich größer“, sagt Reichardt. So entstehe eine neue Generation von Manufacturing-Execution-Systemen. Das sind Programme, die unterhalb einer zentralen Firmensoftware angesiedelt und direkt mit Anlagen verbunden sind. Ein digitaler Leitstand eröffnet dann ganz neue Möglichkeiten für die Steuerung der Maschinen.

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Zukünftige Systeme werden nur noch für die Cloud entwickelt

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