Industriekunden dürfen Windows CE für ihre Anlagen weiterentwickeln und verkaufen
Microsoft lockert seinen Programmschutz

Der US-Konzern Microsoft hat sich zu einem weit reichenden Schritt entschlossen. Erstmals lockert der weltgrößte Software-Hersteller die strengen Richtlinien zum Schutz seiner Programme.

FRANKFURT/M. Microsoft will seinen industriellen Kunden künftig erlauben, sein für computergesteuerte Produkte gedachtes Betriebssystem Windows CE weiterzuentwickeln und diese Speziallösungen auch kommerziell zu vermarkten. „Das ist das erste Mal, dass Microsoft Derivate erlaubt“, macht Hardy Poppinga, Produktmanager für die Embedded Device Group von Microsoft, die Bedeutung dieses Schritts gegenüber dem Handelsblatt deutlich. Der für die Weiterentwicklung notwendige Quellcode von Microsoft gehört zu den bestgehüteten Geheimnissen der IT-Branche.

Die überraschend weite Öffnung zielt auf den Markt so genannter „Embedded Systems“. Damit sind kleine, integrierte Rechner gemeint, die Geräte und Anlagen steuern. Indem Microsoft Teile des Quellcodes sowie neues Sicherheitszubehör und zahlreiche Standardtreiber für die neue Version Windows CE 5.0 bereitstellt, will der Konzern die Geschäfte im Embedded-Markt kräftig ankurbeln. „Das ist für uns ganz klar ein Zukunftsmarkt“, sagt Poppinga. Ein großer Vorteil von Microsoft sei etwa die problemlose Anbindung an das Internet. „Die Fähigkeit mit anderen Systemen zu kommunizieren, bringt Windows CE bereits mit“, sagt Poppinga.

Bisher ist der Markt der Embedded Systems stark fragmentiert und wird von selbst gestrickten Software-Lösungen der Hersteller geprägt. Der Redmonder Microsoft- Konzern will mit Windows CE einen Standard etablieren, hat aber seit einiger Zeit mit dem wachsenden Wettbewerb durch das offene Betriebssystem Linux zu kämpfen. So haben sich Mitte vergangenen Jahres mehrere Konzerne zum Consumer Electronics Linux Forum zusammengeschlossen. Deren Mitglieder wie etwa Sony, Matsushita, Hitachi, NEC, Sharp , Philips oder Samsung wollen die Verbreitung von Linux in der Geräteindustrie vorantreiben.

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