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Infineon bereitet Börsengang seiner Chip-Sparte vor

München (dpa) - Europas größter Halbleiterkonzern Infineon bereitet einen möglichen Börsengang seiner Speicherchip-Sparte vor.

München (dpa) - Europas größter Halbleiterkonzern Infineon bereitet einen möglichen Börsengang seiner Speicherchip-Sparte vor.

Eine Emission sei für den Herbst angedacht, erfuhr die dpa am Donnerstag aus Branchenkreisen. Es sei bereits eine Werbeagentur eingeschaltet. Dem Vernehmen nach sind aber noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen. Falls Infineon bei einem möglichen Börsengang die Mehrheit abgeben würde, würde dies eine Zerschlagung des Konzerns bedeuten.

Infineon wollte sich nicht zu den Spekulationen äußern. Ein Konzernsprecher sagte lediglich, eine „Optimierung der Unternehmensstruktur“ werde immer geprüft. Das „Handelsblatt“ (Donnerstag) hatte unter Berufung auf Branchenkreise zuerst über die Pläne berichtet.

Die Speicherchip-Sparte hatte Infineon jahrelang hohe Verluste beschert und im jüngsten Branchenaufschwung nur wenig Geld verdient. Nun habe sich Infineon-Chef Wolfgang Ziebart eine Präsentation erstellen lassen, in der eine Abspaltung durchgespielt werde, berichtete ein Aufsichtsrat der dpa. Bisher ist das Kontrollgremium noch nicht eingeschaltet. Nach Angaben aus den unternehmensnahen Kreisen wird sich der Aufsichtsrat Ende Juli mit dem Thema befassen.

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern bereits intensiv eine Abspaltung der Dram-Sparte geprüft, sich letztlich aber gegen eine Trennung entschieden. Infineon verwies damals auf die Synergien, die es zwischen der Speicherproduktion und der Fertigung der Logikchips gebe. Der Finanz-Vorstand der Dram-Sparte, Michael Majerus, sagte vor einem Jahr, er gehe davon aus, dass die Entscheidung für die nächsten Jahre stehe.

An der Börse wurden die Spekulationen positiv aufgenommen. Mit einem Plus von mehr als zwei Prozent auf knapp 8 Euro setzte sich die Infineon-Aktie zeitweise an die Spitze der Dax-Werte. „Bei einer Abspaltung der Speichersparte würde das Unternehmen neu bewertet werden“, sagte Theo Kitz vom Bankhaus Merck Finck.

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