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Infineon-Chef will nach Werksschließung weiter aufräumen

Nach der Ankündigung der Schließung des Münchner Werks will Infineon-Chef Wolfgang Ziebart bei Europas größtem Halbleiterkonzern weiter aufräumen. „Wir sind dabei, Verlustquellen im Unternehmen zu stopfen“, sagte Ziebart am Dienstag in München.

dpa MüNCHEN. Nach der Ankündigung der Schließung des Münchner Werks will Infineon-Chef Wolfgang Ziebart bei Europas größtem Halbleiterkonzern weiter aufräumen. „Wir sind dabei, Verlustquellen im Unternehmen zu stopfen“, sagte Ziebart am Dienstag in München.

In der drahtgebundenen Kommunikation stünden drei Geschäftsfelder mit einem Umsatz von 100 Mill. Euro zur Disposition. Noch im laufenden Geschäftsjahr solle die Entscheidung über Sanierung oder Trennung fallen. Im Geschäftsfeld der drahtlosen Kommunikation hat sich Infineon unter dem neuen Chef Ziebart zudem von seinen Multimedia-Träumen verabschiedet.

In der vergangenen Woche hatte Ziebart die Schließung des Werks in München-Perlach verkündet. Von den 800 Beschäftigten haben nach seinen Angaben weniger als 100 eine Chance auf Weiterbeschäftigung. „Das hing schon sehr lange in der Luft“, sagte Ziebart. Nun sei die Unsicherheit beseitigt. Das Werk habe ein Struktur- und kein Kostenproblem. „Dieser Bereich ist zu klein, es macht keinen Sinn ihn in dem Werk weiterzuführen.“ Derzeit sei kein vergleichbarer Schritt in einem anderen Werk geplant. „In einem zyklischen Geschäft ist eine Arbeitsplatzgarantie aber nicht möglich.“

Nächster Schritt soll nun die Behebung der Probleme in der drahtgebundenen Kommunikation sein. Dabei geht es zum Beispiel um Geschäftsfelder, die Chips für Funkübertragungssysteme herstellen. Insgesamt sieht Ziebart die drahtgebundene Kommunikation aber auf gutem Weg. „Wir haben in den letzten zwei Jahren durch saubere unternehmerische Arbeit diesen Bereich hin zum Breakeven gebracht.“ Bald seien sehr positive Erträge möglich.

Bei den Mobiltelefonen will sich Infineon künftig weitgehend auf Chips für die Telefonie beschränken. Bei Multimedia-Anwendungen sei der Markt schon besetzt. Offenbar hatte Infineon unter dem früheren Chef Ulrich Schumacher hier große Pläne. „Da waren Riesen-Investitionen im Raum gestanden, die wir jetzt nicht machen“, sagte Ziebart. Infineon wolle in diesem Bereich nun die Investitionen bleiben lassen und teilweise auch aus bestehendem Geschäft aussteigen.

Für die Branche zeigte sich Ziebart vorsichtig optimistisch. Die hohen Lagerbestände seien abgebaut worden, und die Industrie reagiere insgesamt vernünftiger als in früheren Abschwüngen. Infineon habe unabhängig von der Konjunktur gute Chancen, bei der Stärkung der Ertragskraft voranzukommen.

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