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Infineon stellt sich auf Abschwung ein

Nach der lange ersehnten Rückkehr in die Gewinnzone stellt sich der Chiphersteller Infineon schon wieder auf die nächste Branchenkrise ein. „Wir bereiten uns auf den nächsten Abschwung vor“, sagte der neue Infineon-Chef Wolfgang Ziebart am Dienstag in München.

dpa MÜNCHEN. Nach der lange ersehnten Rückkehr in die Gewinnzone stellt sich der Chiphersteller Infineon schon wieder auf die nächste Branchenkrise ein. „Wir bereiten uns auf den nächsten Abschwung vor“, sagte der neue Infineon-Chef Wolfgang Ziebart am Dienstag in München.

Im laufenden Quartal rechnet das Unternehmen im Vergleich zum Vorquartal mit Umsatz- und Gewinnrückgängen. Daher will Ziebart die Kosten mit dem neuen Sparprogramm „Smart Savings“ weiter senken. Dabei kommen auch alle Randaktivitäten auf den Prüfstand. Details zu dem Sparprogramm nannte Infineon noch nicht. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern tausende von Arbeitsplätzen gestrichen.

In den Geschäftsjahren 2001 bis 2003 hatte Infineon Verluste von rund 2,5 Mrd. Euro angehäuft. „Während des Geschäftsjahres 2004 konntem wir von den weltweit verbesserten Marktbedingungen in der Halbleiterbranche profitieren“, sagte Ziebart. In dem Geschäftsjahr, das am 30. September endete, erzielte der Konzern einen Überschuss von 61 Mill. Euro nach einem Verlust von 435 Mill. Euro im Jahr zuvor. Wegen eines schwachen vierten Quartals blieb Infineon weit hinter den Erwartungen von Experten zurück. Der Umsatz legte im Gesamtjahr um 17 Prozent auf knapp 7,2 Mrd. Euro zu. Der Aktienkurs brach wegen des niedrigen Gewinns um zeitweise um mehr als drei Prozent auf 8,40 Euro ein.

Ziebart hatte Anfang September die Nachfolge des Ende März abgelösten Vorstandsvorsitzenden Ulrich Schumacher angetreten. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt betonte Ziebart, er wolle an den Geschäftsbereichen Automobil und Industrie, Kommunikation und Speicher-Produkte festhalten. Künftig werde der Schwerpunkt aber auf der Verbessererung der Profitabilität liegen. „Wachstum ist kein Selbstzweck.“ Vor allem in Asien wolle Infineon aber stärker werden.

Im vierten Quartal ging trotz des noch laufenden Branchenbooms der Überschuss bei Infineon im Jahresvergleich von 49 auf 44 Mill. Euro zurück. Analysten hatten im Schnitt 145 Mill. Euro Gewinn erwartet. Verantwortlich für das schwache Ergebnis waren unter anderem Belastungen in Höhe von 132 Mill. Euro für Wertminderungen und Wettbewerbsverfahren. Ein Kartellstreit in den USA hatte schon im Vorquartal Infineon überraschend in die Verlustzone gedrückt. Der Umsatz stieg im vierten Quartal im Jahresvergleich um 13 Prozent auf knapp zwei Mrd. Euro.

Am meisten Geld verdiente Infineon im abgelaufenen Geschäftsjahr in der Sparte Auto- und Industrieelektronik. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen verbesserte sich um 30 Prozent auf 244 Mill. Euro. Im Speicherchip-Bereich - für die Verluste früherer Jahre hauptverantwortlich - stieg der operative Gewinn von 31 auf 169 Mill. Euro. Mit 2,9 Mrd. Euro (plus 18 Prozent) ist die Dram-Sparte wichtigster Umsatzträger des Konzerns. Ziebart zeigte sich zuversichtlich, dass künftig auch in schlechten Jahren mit Speicherchips Geld verdient werden kannt. Weiterhin Verluste macht Infineon im Bereich der drahtgebundenen Kommunikation.

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