Infineon und Philips liefern die Funkchips
Kryptografie schützt bald die Daten im Reisepass

Der Münchner Halbleiterhersteller Infineon Technologies und der niederländische Philips Konzern werden die Funkchips für die neuen deutschen Reisepässe liefern. Das teilten die beiden Unternehmen gestern mit – einen Tag nachdem Bundesinnenminister Otto Schily den neuen Reisepass in Berlin vorgestellt hat.

hsn DÜSSELDORF. Die Bundesdruckerei wird wie bisher die deutschen Reisepässe produzieren und zudem den insgesamt 5700 Passbehörden in Deutschland die dafür notwendige zusätzliche Infrastruktur, wie Visualisierungsgeräte oder später Fingerabdruck-Scanner, zur Verfügung stellen.

Neu am elektronischen Reisepass ist, dass die bereits heute im Pass enthaltenen Daten einschließlich des Fotos zusätzlich in digitaler Form im Chip verschlüsselt abgespeichert werden. Ab Anfang 2007 sollen dann noch zwei Fingerabdrücke (des linken und rechten Zeigefingers) auf dem Chip gespeichert werden.

Der elektronische Pass soll ab November dieses Jahres den alten Reisepass ersetzen. Derzeit sind in der Bundesrepublik rund 24 Millionen Reisepässe im Umlauf, die zehn Jahre gültig sind. Etwa zehn Prozent davon werden jährlich ausgetauscht oder neu ausgestellt. Bereits ausgegebene Pässe werden auch nach dem 1. November ihre zehnjährige Gültigkeit behalten. Das gilt auch für die zwischen Ende 2005 und Anfang 2007 ausgestellten Pässe, die nur das Foto enthalten. In einer Übergangszeit wird es also alte und neue Pässe parallel geben. Die Bundesdruckerei geht daher davon aus, dass auch weiterhin jährlich etwa zwei Millionen neue deutsche Reisepässe hergestellt werden.

Auch andere Länder führen in den nächsten Jahren elektronische Reisepässe ein. Neben den EU-Staaten werden auch Länder wie Japan, die USA, Australien, Russland, Kanada oder die Schweiz solche Pässe ausgeben. Damit die Daten an den Grenzen weltweit ausgelesen werden können, haben sich die Länder über die New Technologies Working Group der Internationalen Zivilluftfahrtbehörde ICAO (International Civil Aviation Organization) auf technische Standards geeinigt, die Basis für die elektronischen Pässe und die Ausstattung der Lesegeräte sind.

Spezielle Sicherheitsmechanismen, die unter anderem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in das internationale Gremium eingebracht wurden, sollen die Daten auf den elektronischen Reisepässen schützen. So sind die Daten nach der Produktion des Reisepasses zusätzlich durch eine digitale Signatur gegen unerkanntes Verändern geschützt. Das heißt, die auf dem Chip gespeicherten Daten werden durch die ausstellende Behörde elektronisch unterschrieben und der Chip nach der Herstellung gegen Löschen oder Ändern der Daten versiegelt.

Die Sorge, dass Unbefugte Daten per Funk auslesen können, soll durch eine zusätzliche Verschlüsselung auf dem Chip und einen geheimen Zugriffsschlüssel zerstreut werden. Solange der Reisepass sicher und geschlossen verwahrt wird, sind die darin enthaltenen Daten geschützt. Denn die Lesegeräte benötigen für den Zugriff auf die Daten einen Schlüsselcode, der aus Informationen in der maschinenlesbaren Zone des Reisepasses berechnet wird. Die Grenzbeamten müssen den Ausweis daher wie gehabt auf ein Lesegerät legen. Dieses liest die notwendigen Informationen erst optisch, berechnet daraus den Zugriffsschlüssel und kann sich dann erst gegenüber dem Chip autorisieren kann.

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