Innenminister de Maizière
„Der ePerso ist sicher“

Kurz vor Einführung des neuen Personalausweises wirbt Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) um Vertrauen: Der ePerso sei bisher noch von niemandem geknackt worden. Ein letzter Versuch der Grünen im Bundestag, das Projekt zu verschieben, ist am Donnerstag gescheitert.
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HB BERLIN. Wer nicht von den neuen Möglichkeiten zur Identifikation im Internet Gebrauch machen wolle, könne den neuen "Perso" genauso wie den bisherigen Ausweis ohne Chip benutzen, betonte de Maizière am Freitag. Der Personalausweis sei sicher, sagte der Minister. Es sei bisher niemandem gelungen, die Chipkarte zu knacken.

Der elektronische Personalausweis löst an diesem Montag das bisherige Ausweisdokument ab. In den vergangenen Monaten hatte es viel Kritik und Zweifel gegeben. Unter anderem bemängelten Experten wie der Chaos Computer Club (CCC), dass Angreifer auf ungeschützten Computern unter Umständen die PIN für die Online-Identifikation ausspähen könnten. Dies kann allerdings nur passieren, wenn die Nutzer ein einfaches Basis-Lesegerät einsetzen. Ein Angreifer könnte sich dann im schlimmsten Fall bei einem Online-Händler für den ahnungslosen Nutzer ausgeben - für den Abschluss eines Geschäfts reicht dies allein aber noch nicht.

Er hoffe auf eine reibungslose Umstellung, sagte de Maizière. Zugleich könne er nicht versprechen, "dass es keine Anlaufprobleme gibt". Die insgesamt rund 20 000 Mitarbeiter der zuständigen Behörden seien aber mit großem Aufwand geschult worden.

Für Kritik hatte auch gesorgt, dass der neue Personalausweis deutlich teurer wird als die acht Euro, die man bisher bezahlen musste.

Der Scheckkarten-Ausweis kostet für Bürger im Alter über 24 Jahren 28,80 Euro und für jüngere 22,80 Euro. De Maizière sagte, dafür bekomme man mehr Sicherheit bei Online-Geschäften - "und Sicherheit kostet Geld". Mit jedem ausgestellten Personalausweis landet nun auch mehr Geld bei den Kommunen: sechs Euro statt bisher 70 Cent. Damit sollen unter anderem die Kosten der Behörden für neue Technik und personellen Aufwand aufgefangen werden, hieß es.

Bundestag gibt grünes Licht

Der neue Personalausweis mit integriertem Speicherchip wird wie geplant zum 1. November eingeführt. Die Forderung nach einem kurzfristigen Stopp des Projekts fand am Donnerstagabend keine Mehrheit im Bundestag. Neben der schwarz-gelben Koalition stimmte auch die SPD gegen einen entsprechenden Antrag der Grünen, die unter anderem Sicherheitsbedenken geäußert hatten.

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