Innenminister Schily knipst WM-Webseite der Bundesregierung an
Der Kaiser hat's nicht mit dem Internet

Es sind noch rund 450 Tage oder knapp 15 Monate bis zum Eröffnungsspiel der Fussball-Weltmeisterschaft in München. Höchste Zeit also, dass der Bund auch im Netz vertreten ist. Auf der CeBIT schalteten daher Bundesinnenminister Otto Schily und der Präsident des Organisationskomittees Franz Beckenbauer am Sonntag die Internetseite der Bundesregierung zur Fußballweltmeisterschaft frei. Dabei haben Sie nur eines vergessen: Sie teilten dem Auditorium den Link zur neuen Homepage nicht mit.

HB HANNOVER. Unter »wm2006.deutschland.de finden Fussballfans ab sofort einen WM-Countdown, Infos zu den Spielstätten, ein WM-Ticket-Gewinnspiel und aktuelle Nachrichten zur Kampagne der Regierung. Die Website bietet außerdem ein internationales Gästebuch.

"Kaiser" Franz Beckenbauer räumte aber ein: "Ich bin gerne zur Freischaltung gekommen, aber ich bin kein klassischer Internet-Mensch und benutze das Handy auch nur zum telefonieren. Trotzdem sehe ich mir auf der CeBIT gern an, welche neuen Möglichkeiten es gibt."

Bundesinnenminister Schily sagte: "Wir wollen mit dem Auftritt eine moderne Kommunikationsplattform eröffnen." Er sehe sich auch als "Bundessportminister". Und dieser Begriff solle sich auch jetzt mehr durchsetzen. Er habe überhaupt keine Zweifel, dass Deutschland auch Fussball-Weltmeister werde. Die Freischaltung fand im Rahmen des WM-Tages statt, an dem sich die Bundesregierung sowie das WM-Organisationskomitee auf der CeBIT mit ihren Vorbereitungen für die WM im eigenen Land präsentieren.

Erste Details zur Werbekampagne

OK-Präsident Beckenbauer will sich nun vor allem darum kümmern, dass die zahlreichen Freiwilligen gut geschult werden sollen. Er kündigte an, seine eigenen Erlebnisse dafür zu nutzen. So hätten zwar in Japan und Korea bei der letzten WM im Jahr 2002 die Leute vor Freundlichkeit gestrotzt, doch kaum jemand hätte sich mit ihm auf englisch unterhalten können. Auch Taxifahrer, die aus Nachbarstädten der Spielorte angeheuert würden, sollen gut vorbereitet werden, sagte Beckenbauer beispielhaft.

Schily gab nach der Homepage-Freischaltung auch erste Details zur geplanten Werbekampagne der Bundesregierung bekannt. So wird es zahlreiche Produkte geben, die aus Deutschland kommen und als Skulpturen auf Postkarten mit Absender "FC Deutschland 06" verschickt werden. Beispielsweise der in Deutschland erfundene Dübel, der Stollen unter dem Fussball-Schuh oder die Aspirin-Tablette.

"Eine bessere Möglichkeit, für Deutschland zu werben, als die WM gibt es nicht", sagte Beckenbauer. Jetzt muss er nur noch den Link zur neuen Kampagne finden, dann kann er sich auch im Netz ansehen, wie sich Deutschland offiziell nach außen präsentiert. "Meine Kinder gehen viel mit dem Internet um" sagte er. Der Kaiser sollte sich unbedingt an diese halten.

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