Innovation aus Japan
NEC gräbt PC-Herstellern das Wasser ab

NEC macht sich auf, die Desktops zu erobern: Der japanische Konzern peilt mit seiner Virtual-PC-Technologie an, Teile des klassischen PC-Markts zu erobern. Das Konzept dahinter verspricht viele Abläufe zu vereinfachen.

HANNOVER. Der japanische Technologiekonzern NEC will mit seiner neuen Virtual-PC-Technologie bis 2009 rund 1,5 Mrd. Dollar umsetzen und einen erheblichen Anteil des klassischen Marktes für Business-Desktop-PC erobern. Das sagte Kazuhiko Kobayashi, Executive Vice President der NEC Corp. dem Handelsblatt. Derzeit dominieren hier Firmen wie Dell, Fujitsu-Siemens, Acer oder HP.

Vor allem aus Indien mit seinem boomenden IT-Sektor könne NEC schon jetzt große Abschlüsse mit Call-Center- und IT-Firmen verzeichnen. Dieses Geschäft sei in den Prognosen noch nicht einmal enthalten.

Bei der Virtualisierung werden die Funktionen eines PC in zentralen Servern abgebildet und auf dem Schreibtisch stehen nur noch so genannte "Thin Clients" mit der Bedienoberfläche. Entsteht ein neuer Arbeitsplatz, wird ein neuer Virtual-PC "eingeschaltet". Braucht ein Nutzer mehr Leistung, werden ihm im Server mehr Kapazitäten zugeteilt.

Traditionelle Ansätze waren erfolglos, weil lange Reaktionszeiten, schlechte Multimedia-Eigenschaften und fehlende VoiP-Funktionalität die Einsatzbereiche massiv einschränkten, so Kobayashi. Diese Probleme seien gelöst und auch die Netzwerke seien heute schnell genug.

Die PC-Hersteller sind sich der Gefahr bewusst: Joseph Reger, CTO bei Fujitsu Siemens, warnte auf der Cebit davor, dass auch "neue virtualisierte PC auf mobilen Endgeräten" wie Smartphones einen großen Teil des Desktop-Geschäfts abziehen dürften. Die Marktforscher von Gartner schätzen, dass virtuelle PC-Umgebungen mittelfristig bis zu 15 Prozent des Business-PC-Marktes erobern können.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
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