Inside: Infineon
Mit sich selbst beschäftigt

Morgen früh wird es ernst für Wolfgang Ziebart. In der Hauptversammlung in München muss sich der Infineon-Chef den bohrenden Fragen seiner Eigentümer stellen. Die Aktionäre werden wissen wollen, warum Europas zweitgrößter Chiphersteller so viel schlechter dasteht als seine Wettbewerber.

HB MÜNCHEN. Und es dürfte sie interessieren, warum die frühere Siemens-Tochter zuletzt wieder tief in die roten Zahlen gerutscht ist, obwohl Ziebart das Unternehmen seit seinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren so radikal umgebaut hat.

Die Antworten darauf werden Ziebart vermutlich nicht schwer fallen. Ein Konzern, so dürfte er argumentieren, lasse sich nicht über Nacht sanieren. Und im vierten Quartal 2005 hätten die gefallenen Speicherchip-Preise für den hohen Verlust gesorgt. Zudem stehe mit der bereits angekündigten Abspaltung des Speicherbereichs ein Meilenstein bevor. Die angestrebte neue Struktur biete Infineon riesige Zukunftschancen.

Die Firma will sich vom stark schwankenden Speicherbereich trennen, um sich auf das stabilere Geschäft mit so genannten Logikchips zu konzentrieren. Der Speicher-Bereich soll deshalb an die Börse gebracht werden.

Die Aktionäre allerdings dürften sauer sein – egal was Ziebart sagt. Sie werden vom Infineon-Management seit Jahren vertröstet. Stets kündigen die Vorstände bessere Zeiten an, bislang jedoch, ohne die Versprechen je einzulösen. Dazu kommt, dass das Minus von 183 Millionen Euro im abgelaufenen Quartal selbst für hart gesottene, langjährige Anleger ein Tiefschlag ist. Jämmerlich hat sich auch der Aktienkurs entwickelt. Seit fast einem Jahr schwankt das Papier um die acht Euro – im selben Zeitraum legte der Dax um mehr als ein Drittel zu.

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