Inside: Vodafone
Größe ist nicht entscheidend

Arun Sarin ist Herr über ein Reich, in dem die Sonne nie untergeht. Vodafone will die Weltmarke der jungen Branche werden und ist diesem Ziel recht nahe gekommen. Doch die Aktionäre kaufen dem Mobilfunkhersteller die Story von der mobilen Weltherrschaft nicht mehr ab.

LONDON. Arun Sarin ist Herr über ein Reich, in dem die Sonne nie untergeht. Kein Mobilfunk-Unternehmen hat so viele Kunden - mehr als 170 Millionen -, keines ist in so vielen Ländern vertreten. Die Weltmarke der jungen Branche will Vodafone werden und ist diesem Ziel recht nahe gekommen. Als reinrassiger Mobilfunker überflügelte das südenglische Unternehmen die behäbigen Telekom-Riesen, stieg dank einer beispiellosen Serie von Übernahmen zu einem der wertvollsten Konzerne der Welt auf und überstand auch die nachfolgende Branchenkrise ohne allzu tiefe Kratzer.

Doch nachdem die Aktie nun schon seit längerem deutlich schwächer abschneidet als der Markt, murren die Aktionäre. Sie kaufen Vodafone die Story von der mobilen Weltherrschaft nicht mehr ab. Die Wachstumsraten in Europa verfallen, und die Vorteile der globalen Präsenz zeigen sich nicht klar genug. Der Kunde achtet kaum darauf, in welchem Netz er im Ausland telefoniert. Und wenn Größe und Reichweite Kostenvorteile bringen, dann müssten die Margen bei Vodafone höher sein als bei der Konkurrenz. Das sind sie aber nicht.

Große Vodafone-Aktionäre haben Sarin nun öffentlich zum Strategiewechsel aufgefordert. Sie fordern, dass er sich von der 45-Prozent-Beteiligung am US-Marktführer Verizon Wireless trennt. Das würde nichts anderes bedeuten, als den globalen Anspruch aufzugeben. Die zu erwartenden Einnahmen - die Schätzungen gehen bis fast 40 Milliarden Euro - könnten in den Schuldenabbau, an die Aktionäre und in das schwächelnde Japan-Geschäft fließen.

Großaktionär Standard Life schätzt, dass das den Börsenwert des Konzerns von derzeit knapp 120 Milliarden Euro um ein Fünftel steigern würde. Damit wäre er wieder fast auf dem Stand von Mitte November, bevor eine nach unten korrigierte Wachstumsprognose einen Kurseinbruch auslöste.

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