Inside: Yahoo
Suchen ist Gold

Millionen Mal pro Tag werden Suchmaschinen angeworfen, um im Wissensuniversum nach Informationen zu graben. Weil jede Suche ein Haken ist, an den Werber ihre Reklame hängen können, ist suchgebundene Werbung für Internetfirmen die einzige bedeutende Einnahmequelle. In diesem Bereich will Yahoo mit einer Reihe von Verbesserungen angreifen.

PORTLAND. Yahoo, das führende Portal, baute sich mit so genannten Display-Ads, die auf ihren Internet-Seiten wie Zeitungsanzeigen erscheinen, ein zweites Standbein. Aber das Geschäft wächst schwächer als die suchgebundene Werbung, bei der Yahoo weit abgeschlagen hinter Google nur die zweite Geige spielt. Mit einer Reihe von Verbesserungen an ihrer Suchtechnologie greift Yahoo jetzt aber an. Die neueste Version hilft bei der Formulierung der Suchbegriffe mit Vorschlägen, schneidert die Ergebnisse (etwa durch Berücksichtigung früherer Suchen des Nutzers) individuell zu und liefert als Ergebnisse auch Fotos, Videos und Blogs.

Die neue Strategie trägt die Handschrift von Mitgründer Jerry Yang, der im Juni an die Spitze von Yahoo zurückkehrte. Er löste den Medienmanager Terry Semel ab, der unter anderem die Verbesserung der Software-Plattform mit Namen Panama für das Werbegeschäft nicht auf die Reihe bekam. Von den Ausgaben für suchgebundene Werbung, die allein in den USA in diesem Jahr acht bis zehn Milliarden Dollar erreichen könnten, wird Google nach Angaben von Marktforschern etwa drei Viertel einsacken, Yahoo nur 16 Prozent.

Mittlerweile läuft Panama, und erste Stimmen zur Verbesserung der Suchmaschine sind positiv. Indessen bastelt nicht nur Google ständig an Innovationen, sondern auch Microsoft aktivierte jetzt die neueste Version ihrer Windows- Live-Suchmaschine. Neben einem größeren Suchuniversum geht es Yahoo vor allem um die Vereinfachung der Suche und einer größeren Relevanz individueller Ergebnisse. Dabei hat das Unternehmen nicht zuletzt Nutzer im Visier, die mit dem Handy durch das Internet surfen - zum Beispiel auf der Suche nach einem Restaurant. Yahoo liefert die Information nebst Wegbeschreibung und Werbung.

Auf der Werbeseite bekam Yahoo jetzt grünes Licht von den US-Kartellwächtern für die Übernahme von Blue Lithium, dem fünfgrößten Werbenetzwerk im Internet. Die Firma, für die Yahoo 300 Millionen Dollar bezahlte, ist Spezialist für die Ausrichtung von Werbung auf die Interessen von Suchmaschinennutzern. Zuvor hatte Yahoo bereits den Werbespezialisten Right Media für knapp 600 Millionen Dollar gekauft. Diese Akquisitionen waren Teil einer Milliarden-Konsolidierungswelle, bei der Time Warner, Microsoft und Google ebenfalls kräftig mitmischten.

Mitte Oktober wird Yahoo neue Quartalszahlen vorlegen. Nach früheren, eher zurückhaltenden Prognosen des Managements erwarten Analysten und Investoren keine Wunder. Für das vierte Quartal hat sich Yahoo indessen mit Akquisitionen und Innovation für das Geschäft mit der suchgebundenen Werbung auf Computern und Smarthandys deutlich besser positioniert. Seit der Rückkehr von Yang ist die Internetsuche als Geschäftsbasis für Yahoo eindeutig an die erste Stelle gerückt.

Quelle: Handelsblatt
Jens Eckhardt
Handelsblatt / Korrespondent
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