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Intel mit bescheidenem Umsatzanstieg

Der amerikanische Chiphersteller Intel hat im dritten Quartal 2004 seinen Umsatz angesichts einer geringer als erwarteten Nachfrage nach Personal-Computern, überhöhtem Inventar und Erfolgen des Hauptkonkurrenten Advanced Micro Devices (AMD) nur bescheiden aufgestockt.

dpa SANTA CLARA. Der amerikanische Chiphersteller Intel hat im dritten Quartal 2004 seinen Umsatz angesichts einer geringer als erwarteten Nachfrage nach Personal-Computern, überhöhtem Inventar und Erfolgen des Hauptkonkurrenten Advanced Micro Devices (AMD) nur bescheiden aufgestockt.

Der weltgrößte Chipproduzent hat aber in der Berichtszeit bereits leichte Fortschritte beim Abbau der Lagerbestände gemacht. Dies ließ die Intel-Aktien am Dienstag nachbörslich von 20,28 Dollar auf 20,94 Dollar steigen.

Intel verdiente im dritten Quartal 1,9 Mrd. Dollar oder 15 Prozent mehr als im Juli-September-Abschnitt 2003. Der Gewinn pro Aktie betrug 30 (Vorjahresvergleichszeit: 25) Cent. Darin war allerdings ein Steuervorteil von 3,6 Cent je Aktie enthalten.

Die Gesellschaft setzte im Juli-September-Abschnitt 8,5 Mrd. Dollar um, acht Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal. Intel geht für das Schlussquartal 2004 von einem Umsatz von 8,6 Mrd. Dollar bis 9,2 Mrd. Dollar aus. Die Wall Street hatte für das dritte Quartal mit 27 Cent je Aktie Gewinn und mit einem Umsatz von 8,45 Mrd. Dollar gerechnet.

Der Halbleiterriese, dessen Chips in mehr als 80 Prozent aller PC zu finden sind, hatte nach Darstellung von Branchenkennern offensichtlich die PC- und die Chipnachfrage deutlich überschätzt.

„Das Wachstum war wegen Inventaranpassungen bei einigen unserer Großkunden und angesichts der niedriger als erwarteten Gesamtnachfrage nach PCs nicht so stark wie ursprünglich erwartet“, räumte Intel-Konzernchef Craig R. Barrett ein.

Finanzchef Andy Bryant verwies darauf, dass die Mikroprozessoren- Auslieferungen niedriger waren als noch im September erwartet, während die Auslieferungen von Motherboards und Chipsets mit ihren niedrigeren Gewinnmargen deutlich höher lagen. Dies habe zu einem „enttäuschenden Rückgang“ der Bruttomargen geführt. Die Bruttomarge lag im dritten Quartal nur noch bei 55,7 Prozent und damit erheblich niedriger als die revidierte Schätzung von 58 Prozent. Intel erwartet im vierten Quartal eine Bruttomarge von rund 56 Prozent, plus oder minus einigen Prozentpunkten.

Bryant geht für das Gesamtjahr von einem zweistelligen Umsatzwachstum aus. Die Nachfrage nach Chips für Notebook- und Server-Computer war stark. Bei Flash-Memory-Chips, die in Handys, digitalen Kameras und anderen Elektronikprodukten verwendet werden, stagnierte die Nachfrage. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat Intel (Santa Clara/Kalifornien) einen Umsatz von 24,6 (21,4) Mrd. Dollar und einen Gewinn von 5,4 (3,5) Mrd. Dollar oder 82 (53) Cent je Aktie ausgewiesen.

Der Geschäftsführer von Intel in Deutschland, Hannes Schwaderer, ist angesichts der Quartalszahlen sehr zufrieden. „Wir sind in Deutschland im deutlich zweistelligen Bereich gewachsen“, sagte Schwaderer am Mittwoch der dpa. Besonders gut habe sich das Geschäft mit Prozessoren für mobile Anwendungen und drahtlose Wlan-Technik entwickelt. „Insgesamt gibt es in Deutschland schon mehr als 5 500 öffentliche Hotspots. Das ist Platz zwei nach den USA“, sagte der Intel-Deutschlandchef. „Der deutsche Kunde ist bereit, für hochwertige Technologie zu zahlen.“

Insgesamt sieht Schwaderer einen positiven Trend sowohl bei den Ersatzinvestitionen, aber auch eine generell steigende Bereichschaft der Unternehmen, ihre Computersysteme zu optimieren. „IT wird nicht mehr nur als Kostenfaktor, sondern auch als Wettbewerbsvorteil gesehen.“

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