Intelligente mobile Begleiter für Menschen mit Handicap
Urlaub ohne Barrieren

In Deutschland leben rund acht Millionen Menschen mit einer Behinderung. Ihnen können mit mobilen Computern und entsprechender Software viele Barrieren am Urlaubsort erspart bleiben.

hiz DÜSSELDORF. Mit dem Projekt "Touristisches Assistenzsystem für barrierefreien Zugang zu Urlaubs-, Freizeit und Bildungsaktivitäten" (TAS) haben es sich Wissenschaftler der TU Ilmenau zur Aufgabe gemacht, auf die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Nutzergruppen zugeschnittene Systeme der Mensch-Maschine-Kommunikation zu entwickeln.

Allein in Deutschland leben rund acht Millionen Menschen mit Behinderungen. Der Bedarf an intelligenten Hilfsmitteln, die den Grad an Unabhängigkeit und damit die Lebensqualität erhöhen, ist enorm. Weltweit arbeiten daher Experten an IT-Systemen zur Unterstützung von Menschen mit Handicap. So werden zum Beispiel schon länger Visionen verfolgt, die Möglichkeiten von GPS und Navigation für die mobile Begleitung von Blinden und Sehbehinderten zu nutzen.

TAS soll Menschen mit Handicaps unterschiedlichster Art bei ihren touristischen Aktivitäten wie zum Beispiel dem Wandern unterstützen. Die Aufgabe erwies sich für die Ilmenauer Wissenschaftler jedoch als weitaus komplizierter als herkömmliche Navigationssysteme. TAS wurde Mitte Juli 2005 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Optisch gleicht es einem handelsüblichen Taschencomputer. Das Gerät weist allerdings eigens entwickelte Erweiterungen auf. Dazu gehören beispielsweise spezielle Tastaturen und besonders gut lesbare Displayanzeigen.

Herzstück des TAS ist neben der Sprachsoftware das wissensbasierte Routenplanungsmodul, das den Wanderer unter Berücksichtigung seines Handicaps sicher durch das Gelände führt. Über GPS und Mobilfunk und mit einem Zentralserver verbunden erlaubt das Modul, die Routenplanung individuell vorzunehmen und darüber hinaus aktuelle Informationen zu Umwelt, Wetter und besonderen touristischen Angeboten abzurufen. Ebenfalls integriert sind ein automatischer Notruf und eine Überwachungsfunktion wichtiger physiologischer Parameter wie Herzfrequenz und Puls. Zudem können Dienstleistungen wie etwa ein Taxi angefordert werden.

Neben der mobilen Komponente wird das System von fest installierten Informationsterminals ergänzt. Komplettiert werden soll das System durch ein Internetangebot, das die Planung und Vorbereitung des barrierenfreien Urlaubs bereits am heimischen Computer erlaubt.

Um den letztlich entscheidenden Praxistest erfolgreich zu bestehen, haben die Wissenschaftler bei der Entwicklung enge Kontakte mit dem Thüringer Behindertenverband geknüpft. "Es wurde uns ein enormes Interesse entgegengebracht. In Zusammenarbeit mit dem Verband, der allein in Thüringen 11 000 Mitglieder vereint, darunter 5000 Blinde und Sehbehinderte, wurde das System von den Nutzern immer wieder auf den Prüfstand gestellt und an ihre Bedürfnisse angeglichen“, berichtet Projektleiter Dr. Fred Ross von der TU Ilmenau. Das System soll nun unter den realen Umweltbedingungen der Modellregion weiter getestet und für den praktischen Einsatz stabilisiert werden.

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