Internationale Funkausstellung
Flache Fernseher als Zugpferd der Branche

Sie sind die Stars der IFA und Wachstumstreiber der Branche: Spätestens seit der Fußball-Weltmeisterschaft boomt das Geschäft mit den Flachbildfernsehern. Die Internationale Funkausstellung (1. bis 6. September) in Berlin widmet dem Heimkino in brillanter Bildqualität in diesem Jahr eine eigene Halle.

dpa HAMBURG. Im "HD Home Cinema Resort" lädt die Messe ihre Besucher auf mehr als 500 Quadratmetern ein, sich von Unterhaltung aus dem HDTV-Zeitalter beeindrucken zu lassen (Halle 26).

Der Trend geht zu immer größeren Bildschirmformaten, sagt ein Sprecher von Sharp. Im vergangenen Jahr waren noch Bilddiagonalen von 32 Zoll (81 Zentimeter) der Verkaufsschlager des japanischen Elektronikkonzerns. Inzwischen tendieren selbst LCD-Fernseher, die in großen Formaten schwerer als Plasma herzustellen sind, zu "Übergrößen" von 42 und 52 Zoll (132 Zentimeter). Panasonic will mit dem ersten vollwertigen Fernseher mit einer Diagonale von 103 Zoll (2,62 Meter) die versammelte Konkurrenz auf der IFA in den Schatten stellen. Noch vor einem Jahr hatte es solche Display-Größen nur mit einer großen Kiste Elektronik dahinter gegeben, sagt Peter Weber von Panasonic.

Das Siegel "HD ready" ist als Mindestanforderung für hochauflösendes Fernsehen bei den aktuellen TV-Modellen der großen Hersteller längst zum Standard geworden. Viele der in Berlin ausgestellten "Flimmerkisten" sollen jetzt mit so genanntem "Full HD" eine noch bessere Bildqualität liefern. Dabei wird bei einer Auflösung von 1 080 horizontalen Linien jedes einzelne Pixel eins zu eins auf dem Bildschirm dargestellt, was eine exzellente Wiedergabequalität gewährleisten soll. "Full HD" sei zwar noch relativ teuer in der Herstellung, was sich auch in den Preisen niederschlage, sagt Weber. Solche Fernseher würden bei den Verbrauchern aber immer populärer.

Einen Trend zum Exklusiven macht auch Roland Raithel von Loewe bei den Verbrauchern aus. Markenprodukte hielten dem Marktforschungsunternehmen GfK zufolge mit durchschnittlich elf Jahren auch fast drei Mal so lange wie No-Name-Geräte (vier Jahre). Und wertmäßig führe zum Beispiel das Modell Loewe Individual in der Größenklasse von 32 Zoll mit 7,2 Mill. Euro Umsatz den Markt in Deutschland vor Philips und Samsung an, sagt Raithel. "Die mittlere Käuferschicht ist inzwischen weggebrochen, es gibt nur noch die Kategorien Premium und Billig."

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