Internationale Funkausstellung
Osteuropa für Sharp immer bedeutender

Der japanische Elektronikhersteller setzt auf den osteuropäischen Markt. Dort werden Wachstumsraten von über 200 Prozent erwartet. Gleichzeitig wurden auf der Ifa in Berlin die TV-Sender wegen ihrer Zurückhaltung bei HDTV kritisiert.

HB BERLIN. Besonders in Ländern wie Polen, der Tschechischen Republik, Ungarn und der Slowakei würden hohe Wachstumsraten beim Verkauf von LCD-Fernsehern verzeichnet, erklärte das japanische Unternehmen am Donnerstag kurz vor Eröffnung der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin. Der osteuropäische Markt werde in Zukunft immer bedeutender. Erst am Dienstag hatte Sharp im polnischen Torun eine Fabrik zur Produktion von LCD-TVs eröffnet.

Allein im letzten Jahr seien in Polen mehr LCD-Fernseher verkauft worden als in Belgien, Österreich oder der Schweiz, hieß es weiter. Die durchschnittliche Wachstumsrate in diesem Markt liege bei über 200 Prozent, Tendenz steigend.

Aber auch der westeuropäische Markt sei interessant. Ungefähr 200 Mill. Haushalte verfügten über eine enorme Kaufkraft. Im letzten Jahr seien laut Gesellschaft für Konsumforschung 66 Prozent aller in Westeuropa verkauften Fernseher LCD-TVs gewesen. Allein in den vier größten europäischen Märkten für Unterhaltungselektronik Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien seien 2006 insgesamt fast zehn Mill. dieser Geräte verkauft worden. Besonders beliebt seien großformatige LCD-Fernseher mit 100 Hertz Technologie und einer Full-HD-Auflösung (1 920 mal 1 080 Pixel).

Sharp kritisiert Sender für Zurückhaltung bei HDTV

Sharp hat auf der Ifa zudem seine Kritik an der zögerlichen Haltung der TV-Sender bei der Ausstrahlung von Programmen mit besserer Bildauflösung bekräftigt. Die Unterhaltungselektronik-Branche habe bereits vor zwei Jahren auf der Ifa verbindliche Zeitpläne für die Einführung von HDTV von den europäischen Sender gefordert. "Diesen Aufruf möchte ich wiederholen", sagte Sharp-Europapräsident Toshiyuki Tajima am Donnerstag. Der Markt mit neuen Fernsehern und entsprechenden Abspielgeräten entwickle sich sehr dynamisch und treffe auf großes Interesse bei den Konsumenten. "Allein die Sender halten nicht Schritt mit dieser Entwicklung und laufen der Technik hinterher", so Tajima.

Sharp, ein Pionier von LCD-Bildschirmen, freut sich über den Erfolg der Flüssigkristall-Technik gegen Plasma-Geräte. Inzwischen seien rund 90 Prozent aller verkauften flachen Fernseher LCD-TVs, sagte Sharp-Deutschland-Geschäftsführer Frank Bolten. Europa habe sich dabei als führender Markt in der Welt etabliert. Allein in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien habe die Branche im vergangenen Jahr insgesamt fast zehn Mill. Fernseher mit Flüssigkristall-Bildschirm abgesetzt. Der Anteil am weltweiten Absatz mache inzwischen rund 40 Prozent aus. Der japanische Elektronikkonzern hat in der Fertigung von Flüssigkristall-Displays eine 35-jährige Erfahrung und hatte sich frühzeitig entschieden, aus dem Markt für Plasma-Bildschirme, die lange Zeit bei größeren Formaten viel billiger herzustellen waren, zurückzuziehen.

Das Unternehmen habe obendrein die Umwelt im Blick, versicherte Sharp. Zum einen werde die Nutzung von Solarenergie gefördert, zum anderen die Umweltbelastung bei der Produktion reduziert. Der CO2-Ausstoß werde in allen Unternehmensbereichen verringert. Seit fast 50 Jahren beschäftige sich das Unternehmen mit der Entwicklung immer besserer und leistungsfähigerer Solarmodule. Mit dem Bau eines neuen Industrieparks im japanischen Sakai mit dem Produktionsstart 2010 beginne für die Solarzellenproduktion ein neues Zeitalter: Die größte Solarzellenfabrik der Welt entstehe. Damit beginne auch die Massenproduktion von Solarzellen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%