Internationale Funkausstellung
Toshiba: Vorsichtiger Start für neue SED-Fernsehertechnik

Der japanische Toshiba-Konzern peilt einen vorsichtigen Start für seine neue SED-Fernsehertechnologie an, die eine bessere Qualität als LCD- und Plasma-Bildschirme liefern soll.

dpa TOKIO. Zum Produktionsbeginn im Juli 2007 sollen zunächst lediglich einige Hundert Bildschirm-Panels pro Monat gefertigt werden, sagte Toshiba - Manager Keiichiro Mori auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Aussagen über Preis und später angepeilte Produktionsmengen könne er noch nicht machen. Die SED-Fernseher sollen Ende 2007 in den Handel kommen. Zunächst waren sie bereits für Frühjahr 2006 angekündigt.

Grund für die Verschiebung sei der Preisverfall bei LCD- und Plasma-Fernsehern gewesen, betonte Mori. Technische Probleme habe es nicht gegeben. Man habe aber an einer effizienteren Produktion gearbeitet, um die Kosten zu senken. Die SED-Fernseher sollen zunächst mit einer Bildschirmgröße von 55 Zoll (140 cm) angeboten werden, bestätigte Mori bisherige Planungen.

Die Geräte sollen die Vorzüge eines flachen Bildschirms mit den Stärken von Röhrenfernsehern zum Beispiel bei Kontrast, Reaktionszeit und Farbwiedergabe verbinden. Die SED-Technologie (Surface-conduction Electron-emitter Display) unterscheidet sich grundlegend von LCD- und Plasma-Fernsehern. Das Bild entsteht wie bei der Röhrentechnik durch den Aufprall von Elektronen auf eine mit Leuchtstoff beschichtete Fläche. Allerdings gibt es nicht eine einzige Elektronen-Quelle wie beim herkömmlichen Röhrenfernseher, sondern eine eigene für jeden Bildpunkt (Pixel) - also bis zu zwei Millionen. Die Panels werden mit Hilfe von Nanotechnologie hergestellt.

Toshiba demonstrierte auf der IFA erneut einen SED-Fernseher. Allerdings wurden diesmal nicht wie vor einem Jahr ein LCD- und ein Plasma-Fernseher zum Vergleich dazugestellt. Man wolle nicht direkt mit bisherigen Techniken konkurrieren, sondern einen "eigenen Markt schaffen für einen Kunden, der SED-Qualität sehen wolle", erklärte dies Mori. Deshalb sei er auch der Ansicht, dass Toshiba bei der SED- Technik nicht unbedingt dem rapide sinkenden Preisniveau bei LCD- und Plasma-Bildschirmen hinterherjagen müsse. Diese verbilligen sich wegen drastischer Produktionssteigerungen zum Teil um 20 bis 30 Prozent pro Jahr.

Auf der vergangenen IFA waren bei der Vergleichsdemonstration mit den beiden anderen Systemen die Vorzüge des SED-Fernsehers vor allem bei dynamischer Szenen, der Farbwiedergabe und der Darstellung von Schwarz- und Grautönen offensichtlich gewesen. Allerdings sind inzwischen auch die LCD- und Plasma-Geräte in dieser Hinsicht zum Teil deutlich verbessert worden. Auch Toshiba arbeitet in einem Gemeinschaftsunternehmen unter anderem mit Panasonic an der Verbesserung des LCD-Bilds. Der SED-Technik, die seit 1999 mit hohen Investitionen zusammen mit Canon entwickelt wird, bleibe der Konzern aber in jedem Fall verbunden, betonte Mori.

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