Internationalen Funkausstellung
Treffpunkt Zukunft

Der Megatrend der Internationalen Funkausstellung (Ifa) steht jetzt schon fest: Bündelangebote aus Telefonie, Internet und Fernsehen. Nicht nur die Kabelkonzerne, auch die Deutsche Telekom schnürt emsig solche Rundum-Sorglos-Pakete. Die Unternehmen verfolgen mit diesem so genannten Triple Play vor allem ein Ziel: Sie wollen ihre Kunden enger an sich binden. Studien zeigen, dass Nutzer seltener kündigen, wenn sie gleich mehrere Dienste von einem Anbieter beziehen.

DÜSSELDORF. Besonders die Deutsche Telekom hat diese Kundenbindung bitter nötig: Im ersten Halbjahr kehrte eine Million Festnetzkunden den Bonnern den Rücken. Konzernchef Kai-Uwe Ricke begründet dies damit, dass die Telekom anders als ihre Wettbewerber bisher nicht in der Lage war, Bündelangebote zu schnüren. Grund war die ausstehende Eingliederung der Internet-Tochter T-Online, die bis Juni von Aktionärsklagen blockiert worden war.

Zwar hat bislang noch kein deutsches Telekomunternehmen ein Live-Fernseh-Angebot im Programm. Konkurrenten wie Arcor locken ihre Nutzer aber schon seit Monaten mit Paketen aus Telefon- und Internetanschluss inklusive Pauschaltarif für die Nutzung.

Den Kunden-Exodus will die Telekom jetzt mit eigenen Bündelangeboten stoppen, die auch Fernsehen enthalten. Als besonderes Schmankerl für seine Kunden sicherte sich der Konzern die Live-Übertragungsrechte für die Bundesliga sowie Franz Beckenbauer als Kommentator. Konkrete Pakete und Preise für ihre Bündel will sie heute bekannt geben.

Der Start des Internet-TV verlief für die Telekom holprig. Ursprünglich wollte der Konzern sein Internet-Fernsehen zu Beginn der Fußball-WM starten. Schließlich ist es der 2. August geworden - gerade noch rechtzeitig vor Beginn der Bundesliga-Saison. Noch überträgt die Telekom nur ein gewöhnliches Fernsehprogramm mit immerhin 100 Sendern. Das eigentliche Internet-TV, das zum Beispiel zeitversetztes Fernsehen ermöglicht oder Videos auf Abruf bereitstellt, geht erst im Oktober an den Start. Nutzer, die sich heute bereits über das Fernsehen der Zukunft informieren wollen, haben meist Pech: Die Mitarbeiter in den T-Punkten kennen das Produkt in der Regel noch gar nicht.

Entsprechend ist die Zahl der Nutzer noch überschaubar. Die Telekom nennt keine Zahlen, aus Unternehmenskreisen heißt es aber, man bewege sich im vierstelligen Bereich. Dabei hat die Telekom bereits in zehn deutschen Städten superschnelle Leitungen verlegt, mit denen sie schon 3,3 Mill. Haushalte erreicht. Das Netz eignet sich besonders gut für die Fernseh-Übertragung, soll aber auch andere Anwendungen ermöglichen. Die Telekom will die Turboleitungen noch in 40 weiteren Städten verlegen und dafür insgesamt drei Mrd. Euro investieren. Dies aber nur, wenn das Netz von der Regulierung ausgenommen wird.

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