Internationaler Kampf gegen unerwünschte Spam-Mails
Anti-Spam: Zwei Wege ein Ziel

Jede zweite Email, die per Internet übertragen wird, ist unerwünscht. Während die USA zur Bekämpfung auf rechtliche Maßnahmen setzen, vertraut Brasilien auf Selbstbeschränkung.

hiz DÜSSELDORF. Das Internet wird mit Emails verstopft, die eigentlich keiner will. Der Kampf gegen diesen elektronischen Müll ist eine Herausforderung vor allem für die Internet-Provider, über deren Systeme diese Junk-Mails transportiert werden. In den USA hat sich jetzt der Gesetzgeber des Themas angenommen. Das Abgeordnetenhaus billigte nach einer kontroversen Nachtsitzung ein Gesetz, das Geldstrafen gegen Versender von unerwünschten Werbebotschaften vorsieht. Wird es vom Präsidenten in Kraft gesetzt, ist zum Beispiel schon das sammeln von Email-Adressen aus dem Web oder das Schreiben von Betreffzeilen mit irreführenden Angaben strafbar. Überwacht werden sollen die Aktivitäten von der Federal Trade Commission (www.FTC.gov). Privatanwender können sich in so genannte Robinson-Listen eintragen und dürfen dann nicht mehr von Massenmails belästigt werden. Insgesamt 35 Regelungen (www.ftc.gov/bcp/conline/edcams/spam/resources.htm) der einzelnen Bundesstaaten werden durch das neue Regelwerk ersetzt. Dieses Gesetzt ist eine Kompromiss und geht vielen Abgeordneten nicht weit genug. So werden zum Beispiel die strengen Restriktionen, die in Kalifornien (www.spamlaws.com/state/ca1.html) gelten, außer Kraft gesetzt.

Anders sieht die Lage in Brasilen aus. Aus Angst vor gesetzlichen Maßnahmen haben Direktwerber und Internetprovider (www.ibpinet.com.br) ein Komitee gebildet, das gegen Junk-Mails vorgehen soll. Mit dem vereinbarten Ethik-Kodex wollen die Firmen ein totales Verbot von elektronischer Werbung verhindern. Dieser Kodex sieht vor, dass ein Absender sich gegenüber dem Konsumenten genau deklarieren muss und dass der Empfänger die Möglichkeit hat, sich aus den Listen des Versenders auszutragen. Beim Komitee können Empfänger sich beschweren. Die härteste Strafe die einen Spammer allerdings treffen kann, ist die Veröffentlichung seines Namens auf der Webseite des Komitees (www.antispam.org.br).

All diese Aktivitäten treffen natürlich nur Junk-Mail-Versender die im jeweiligen Land sitzen.

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