Internet als virtuelle Galerie
Von der Wand ins Netz

Der Kunstsammler Charles Saatchi hat eine riesige Plattform für zeitgenössische Kunst im Internet geschaffen. Künstler entdecken insgesamt das Netz als riesige virtuelle Galerie.

bn BERLIN. Es ist ganz klar – ein Gemälde gehört an eine Wand. Zwar entsteht es meist auf einer Staffelei, aber dann scheint es nur noch ein Ziel zu kennen – aufgehängt zu werden. Bisher ging das so: Zuerst trägt der Künstler sein Werk zu einem Galeristen, in der Hoffnung, dass der einen Platz an den Wänden seiner Ausstellungsräume findet. Wenn es gut läuft, dann schmückt es irgendwann eine Wand im Haus eines Sammlers. Und in einigen seltenen Fällen – etwa wenn der Künstler Leonardo da Vinci heißt und eine Dame mit einem mysteriösen Lächeln porträtiert – hängt das Bild eines Tages an der Wand des Louvres und wird von Menschenmassen bewundert.

So geht das schon seit Jahrhunderten. Ein bewährtes Modell, das jetzt allerdings auf dem Prüfstand steht. Dank des Internets bleiben immer mehr Wände unbeschadet. Die Künstler wandern ins Netz ab. Die Vorteile liegen auf der Hand: Im virtuellen Raum ist – im Gegensatz zu den Galerien des Kunstbetriebs – die Ausstellungsfläche nahezu unbegrenzt.

Einen zusätzlichen Schub hat dieser Trend durch den Boom der sozialen Netzwerke erhalten. Seitdem mischen sich beim Fotodienst Flickr immer öfter Kunstwerke zwischen all die Bilder von Kleinkindern bei den ersten Gehversuchen oder Schnappschüssen von Partys. Andere Kreative nutzen die Online-Community Myspace, um sich und ihr Schaffen der Welt zu präsentieren. „Es gibt berühmte Künstler, die gar keine eigene Webseite mehr haben“, sagt Chuck Frye, der sich an der Universität von Pennsylvania um einen Bildhauereikurs kümmert. „Sie nutzen nur noch ihre Myspace-Seiten.“

Allerdings gibt es da ein Problem: Wie sollen die Künstler in den sozialen Netzwerken auf sich aufmerksam machen? Auf Flickr kommt täglich eine Million neuer Bilder hinzu. Myspace hat weltweit über 150 Millionen Nutzer. Für etablierte Künstler wie David LaChapelle mag es Sinn haben, ein eigenes Profil anzulegen. Wer frisch von der Kunsthochschule seine ersten Gehversuche im Kunstbetrieb unternimmt, droht dagegen in der Datenflut unterzugehen. Aber auch für diese Spezies gibt es jetzt Hilfe – und das von oberster Stelle.

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