Internet
AOL sieht neue Chancen in Digitaldiensten

AOL Deutschland hat sich nach Einschätzung seines scheidenden Chefs Stan Laurent in seiner zehnjährigen Geschichte von einem reinen Internet-Zugangsprovider zu einem erfolgreichen Anbieter digitaler Dienste entwickelt.

dpa BERLIN/HAMBURG. „In der Anfangszeit haben wir mit Boris Beckers Spruch "Ich bin drin" geworben. Heute geht es nicht mehr nur darum, "drin" zu sein, sondern welche Anwendungen man in Anspruch nehmen kann“, sagte Laurent in einem dpa-Gespräch am Dienstag in Berlin. AOL biete heute eigene DSL-Internetanschlüsse, Internet-Telefonie, Musik-Downloads, Computersicherheit, Kommunikation und Unterhaltung aus einer Hand.

Laurent hatte im Oktober 2002 die Leitung von AOL Deutschland übernommen, als die deutsche Tochter des US-Konzerns Time Warner in Schwierigkeiten steckte und große Verluste schrieb. Nach einem harten Sparkurs und verschiedenen Produktinitiativen ist AOL Deutschland wieder profitabel. Exakte Zahlen zu Umsatz und Gewinn veröffentlicht AOL Deutschland nicht. Laurent betonte, Grundlage für die Nutzung der meisten digitalen Dienste seien schnelle Breitband-Internetanschlüsse. AOL habe in Deutschland inzwischen über eine Million DSL-Kunden. An den Standorten Hamburg, Duisburg und Saarbrücken beschäftigt AOL nach Laurents Angaben über 1 500 Mitarbeiter.

Beim Breitband-Internet sei Deutschland in den vergangenen vier Jahren in Europa vom sechsten Platz auf die 15. Position zurückgefallen. Während in Spitzenländern wie den Niederlanden oder Dänemark 22 Prozent der Bevölkerung über einen schnellen Internet-Zugang verfügten, liege dieser Anteil in Deutschland bei zehn Prozent. Laurent machte dafür unter anderem die „nach wie vor schwierige Regulierungssituation im deutschen Telekommunikationsmarkt“ verantwortlich.

Gerüchte, wonach der US-Mutterkonzern AOL Deutschland verkaufen wolle, spielen nach den Worten von Laurent für das Tagesgeschäft keine Rolle. „Wir konzentrieren uns darauf, was unsere Kunden wollen, und was unser Unternehmen nach vorne bringt, ohne jede Rücksicht auf Spekulationen.“ Der Franzose, der im kommenden Jahr die Position des „Chief Operating Officers“ bei AOL Europe in London annimmt, kündigte an, AOL-Dienste verstärkt auch über das eigene Web-Portal für Kunden anderer Internet-Provider anzubieten.

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