IT + Internet
Internet-Apotheke unterliegt vor Berliner Gericht

Im Streit um den Vertrieb von Arzneimitteln über das Internet ist die niederländische Internet-Apotheke 0800DocMorris erneut vor einem Gericht unterlegen.
  • 0

Reuters BERLIN. Nach dem Landgericht Frankfurt (Main) erließ am Dienstag auch das Berliner Kammergericht eine einstweilige Verfügung gegen den Online-Versand von preiswerten Medikamenten. Damit hob das Kammergericht eine anderslautende Entscheidung des Berliner Landgerichts als erste Instanz auf. Im Frankfurter Verfahren soll es am Donnerstag zur Berufungsverhandlung über die im November vergangenen Jahres erlassene einstweilige Verfügung kommen.

Das Unternehmen bezeichnet sich als erste europäische Apotheke im Internet. In den vergangen Monaten hatten Gerichte in Berlin, Frankfurt und Stuttgart widersprüchliche Entscheidungen zu dem von deutschen Apothekern und Pharmaunternehmen bekämpften Versand von Medikamenten getroffen.

Richter in Stuttgart und das Berliner Landgericht hatten DocMorris aufgrund einer EU-Ausnahmevorschrift den Online-Versand auch an deutsche Kunden zunächst erlaubt. Bislang ergingen alle Entscheidungern im Eilverfahren.

Das Berliner Kammergericht habe es DocMorris auf Antrag des Verbandes sozialer Wettbewerb untersagt, im geschäftlichen Verkehr apothekenpflichtige Waren für den Endverbraucher in Deutschland im Wege des Versandhandels anzubieten oder dafür zu werben, erklärte ein Gerichtsprecher. Die schriftliche Begründung der Entscheidung werde in etwa drei Wochen vorliegen.

In der mündlichen Verhandlung am Dienstag hatten die Richter Fragen der Sicherheit für den Kunden in den Mittelpunkt gestellt. Ein mögliches Risiko sei es beispielsweise, wenn Kunden nicht direkt durch Apotheker beraten werden. Die Vertreter von DocMorris wiesen dagegen darauf hin, dass Kunden telefonisch und online fachkundige Auskünfte erhalten könnten. Rezeptpflichtige Arzneien würden nur ausgehändigt, wenn das entsprechende Rezept im Original zugeschickt worden sei. Nach Angaben des Unternehmens sind die Medikamente der niederländischen Online-Apotheke im Durchschnitt 20 Prozent preiswerter als in Deutschland.

Kommentare zu " IT + Internet: Internet-Apotheke unterliegt vor Berliner Gericht"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%