Internet-Betrug: Große Jagd nach PINs und TANs

Internet-Betrug
Große Jagd nach PINs und TANs

Kriminelle bedienen sich immer mehr des Internets, um potenzielle Opfer zu Betrügen. Und obwohl Phishing-Attacken daher schon zum Alltag der meisten Computer-Anwender gehören, sind die Zahlen immer wieder aufs Neue erschreckend.

hiz DÜSSELDORF. Eine Web-Umfrage der Sophos Labs zeigt, dass die Aktivitäten krimineller Kreise im Internet unvermindert ansteigen. Im Januar diesen Jahres wurden mehr als 600 Computer-Anwender befragt. Ernüchternd ist das Ergebnis: 58 Prozent aller PC-User werden täglich durch mindestens eine Phishing-Mail belästigt. Bei rund einem Fünftel landen sogar mehr als fünf solcher Mails pro Tag. Mit diesen Attacken versuchen Cyber-Kriminelle persönliche Daten des Empfängers, wie PIN (Personal Identification Number) und TAN (Transaction Number) zu ergaunern. Dass Phishing-Attacken weiter auf dem Vormarsch sind, bestätigen auch die Ergebnisse neuer Untersuchungen der Anti-Phishing Work Group. Die Organisation registrierte im Dezember des Vorjahres 15 244 verschiedene Phishing-Kampagnen. Ein Jahr zuvor waren es nur 8829.

„Der Grund dafür, dass Phishing-Mails derart stark verbreitet sind, liegt in ihrer hohen Erfolgsquote - jeden Tag fallen Computer-Anwender aufs Neue den hinterhältigen und illegalen Taktiken von Online-Betrügern zum Opfer. Um Computer-Anwender zu täuschen, entwickeln Cyber-Kriminelle immer hinterlistigere Methoden. Wir raten deshalb allen E-Mail-Nutzern, bei unverlangten E-Mails vorsichtig zu sein und vertrauliche Informationen nicht ohne weiteres preiszugeben“, warnt Christoph Hardy, Security Consultant bei Sophos.

Ein Fall von breit angelegtem Internet-Betrug zeigte sich unter anderem Mitte Februar 2006, als Visa Asia Pacific 20 falsche Internet-Seiten entlarvte und deren Schließung veranlasste, um Kreditkarteninhaber vor den Online-Betrügern zu schützen. Der Aktion gingen Berichte von Kunden voraus, die verdächtige E-Mails erhalten hatten, die angeblich von der Zahlungsstelle des Unternehmens stammten. Visa erklärte umgehend, dass das Unternehmen niemals auf diese Art und Weise Kontakt zu den Kunden aufnehmen würde.

„Während Organisationen und Unternehmen für die Sicherheit ihrer eigenen Websites sorgen, können sie Internet-Betrüger, die hinter ihrem Rücken ihren Unternehmensnamen für ihre Kampagnen missbrauchen, nur schwer kontrollieren. Phishing-Attacken werden in Zukunft noch gezielter eingesetzt werden. Umso wichtiger ist es, dass Computer-Anwender vorsichtig sind. Wenn sie Zweifel an der Authentizität von E-Mails haben, sollten sie das betreffende Unternehmen kontaktieren“, bestätigt David Jevans, Vorsitzender der Anti-Phishing Work Group.

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